Niet net – net niet? Beinah Nettsein im Verkehr!
Bevor ich mich dem im deutsch-holländischen Verhältnis sehr heiklem Thema “Verkehr” widme, muß ich mich noch für einen Fehler im letzten Beitrag entschuldigen, bzw. ihn korrigieren: Sex schreibt man auf holländisch seks.
Irgendwie sprangen meine Gedanken vom Thema seks zum Thema “Verkehr”…, der heißt hierzulande verkeer und wird aus deutscher Sichtweise nicht nur falsch geschrieben. Die hiesige Verkehrslandschaft zeichnet sich aus durch eine Unmenge Kreisel (rotondes)und Ampeln, die bezeichnenderweise stoplichten heißen und ziemlich anders funktionieren als wir es gewöhnt sind. So entfällt beim Losfahren die Orangephase und vielerorts sind die Ampel so geschaltet, daß nur jeweils auf einer Spur in eine Richtung gleichzeitig gefahren werden darf, unter Umständen wartet man also 3 Ampelphasen,bevor man an der Reihe ist (stoplichten eben).Das Sicherheitsbedürfnis ist immens groß, deshalb wird auf vielen Autobahnen, die rätselhafterweise snelwegen heißen (und das mit einer erlaubten Spitzengeschwindigkeit von 120km/h) auch das Einfädeln per Ampel geregelt. Big brother is watching you everywhere, die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Anschnallpflicht wird nahtlos mit Kameras überwacht und besonders perfide ist die trajectcontrole, bei der die gemittelte Geschwindigkeit zwischen zwei (sehr weit auseinanderliegenden) Punkten gemessen wird. Raser haben hier also wenig Chancen, dafür sind aber nach meiner Beobachtung mindstens 97% der Niederländer Mietglied im Club der Nichtblinker (vielleicht ist ein knipperlicht so viel mühsamer zu bedienen als ein Blinker, daß man es lieber gleich ganz läßt).
Der altbekannte Witz: “Was bekommt man in Holland, wenn man dreimal durch die Fahrprüfung fällt? Ein gelbes Nummernschild!” wird demnächst übrigens Wirklichkeit. Ich las kürzlich in der Zeitung, daß man bald 4Fahrprüfungen benötigt, um einen rijbewijs zu erhalten.