Ein Jahr Frankreich # 28 Cap de la Hague oder Radioaktivität im Trinkwasser

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Heute mal was ernstes.
Windkrafträder
Als kürzlich hier ein Windkraftrad einen Flügel verlor, glaubte man endlich einen Grund gefunden zu haben, die häßlichen Dinger abzureissen. Eine 120 Meter weiter weidende Kuh hätte es um ein Haar erwischt .
Das beschauliche Landleben kann über eine Tatsache nicht hinwegtäuschen: Die fielen Hochspannungsleitungen künden von einer Atomstrommacht (mit 58 Atommeilern ist Frankreich No 2 in der Welt).
Die Atomindustrie will auch „Die letzten Zweifler“ (Vorsicht Satire!) davon überzeugen, dass es keine Radioaktivität in der Umwelt gibt, auch wenn man im Juli 2007 so etwas wie einen Störfall (hier von der Deutschen Tagesschau festgehalten) einräumen musste. Von „0“ wurde auf „1“ hochgestuft (7 ist der GAU).
toter Fisch
Auch wenn dieser tote Fisch am Strand in der Nähe des teilweise unterirdischen Atomkraftwerkes Flamanville …
Flamanville Atomkraftwerk
(März 2007)
…nichts mit der angeblich nicht vorhandenen Strahlung zu tun hat, so bekommt man beim Blick in die Broschüre des Wasserversorgers (Saur) doch einen Schrecken, wenn dort Radioaktivität neuerdings aufgeführt wird:
Trinkwasser Radioaktivität
Der Wert wird mit „0“ angegeben.
Aber ich möchte wetten, dass demnächst irgendwo hinter den vielen Nullen eine Eins steht, man muss das Volk langsam mit Wahrheiten konfrontieren, die man jahrelang unter Verschluss hielt.
So hat man den Franzosen auch weiß zu machen versucht, dass die atomare Wolke beim GAU nach Tschernobyl an Frankreich vorbei flog.

7 Antworten zu “Ein Jahr Frankreich # 28 Cap de la Hague oder Radioaktivität im Trinkwasser”

  1. Freundin von Moritz Sagt:

    Das ist wirklich ein ernstes Thema.Und es ist auch ein Grund ,nicht länger in Frankreich zu leben.Denn bei 58 Atomkraftwerken ist immer eines in der Nähe.
    Vom Supergau mal abgesehen, der vor Ländergrenzen nicht Halt macht, ist erwiesen ,dass die Leukämierate von Kindern z.B, die in der Nähe eines Atomreaktors leben, deutlich erhöht ist.
    Und wie man in der“Sendung mit der Maus“ sehr gut lernen konnte, hätten die Steinzeitmenschen Artomkraft gehabt, die atomaren Brennstäbe würden heute noch strahlen..Das muß man sich erstmal vorstellen.
    Also „Atomkraft-nein danke“

  2. mogul Sagt:

    Naja. Das Land verlassen? Ist doch keine Lösung. Deutschland mit 17 AKWs strahlt auch nicht schlecht.
    Ich bin in der Nähe eines AKWs aufgewachsen. In der EU 148, das ist mehr als in den USA und Kanada zusammen (122).
    Mir wäre auch eine flächendeckende alternative ungefährlichere Energieversorgung lieber, aber das werde ich den Franzosen nicht beibringen können.
    Wir werden ja wegziehen. Demnächst.
    Aber allen Menschen, die mit Kindern in der Nähe eines AKWs wohnen ein schlechtes Gewissen machen ist doch keine Lösung. Die wenigsten Können wegziehen, vom wollen mal ganz zu schweigen.
    Politisches Engagement muss her und Information.
    Man sieht hier zunehmend Protestaufkleber und wildes Plakatieren. 20 Jahre später als in Deutschland, wo die Welle deutlich abgeebbt ist, wird sich hier vielleicht auch ein anderes Bewusstsein und langfristig eine andere Energiepolitik durchsetzen. An der Küste experimentiert man unter Wasser mit Turbinen, die die Energie der Strömungen nutzen, Windkraft kommt auch – vielversprechend.

  3. Freundin von Moritz Sagt:

    Es geht ja nicht um ein schlechtes Gewissen oder Panikmache, sondern um einen Gefahrenbewußtsein.Was man nicht sieht, nicht schmeckt, nicht riecht, macht den meisten Menschen keine Angst, wird ganz weit wegeschoben.Abstrakt eben.Ist aber trotzdem da.Und kann manche Menschen krank machen. Bei Strahlen ist es schwer etwas zu beweisen, es gibt keinen exakten Wert, bei dem zum Beispiel eine Mutation entsteht.Das kann bei einem Menschen gar nicht passieren, beim Anderen schon bei winzigen Dosen..
    Natürlich ist es besser, wenn sich politisch etwas ändert, aber bis dahin kann man nichts Anderes tun, als die Gefahr wenn möglich meiden und natürlich politisch dagegen kämpfen.
    Ja,Information ist sehr wichtig,das mache ich ja gerade.
    .

  4. mogul Sagt:

    O.k., einigen wir uns auf Information und lassen das Evakuieren sein.
    Wie wäre es mit einer nachvollziehbaren Information. Könntest du vielleicht einen Link zur „Maus“-Sendung und zur Leukämie-Untersuchung nachliefern?

  5. Freundin von Moritz Sagt:

    Da gibt es ganz viele Artikel:z.B.
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Kernenergie-Atomkraft;art141,2437540
    oder
    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/tid-8377/atomkraftwerke_aid_230252.htm
    „Sendung mit der Maus“-Film kann ich leider nicht bieten, kann man aber als Dvd kaufen.Toll gemacht.
    Die Studie an sich ist ,glaube ich,etwas lang zum Lesen.
    Natürlich würde ich dort wegziehen, das hast Du falsch verstanden.

  6. Freundin von Moritz Sagt:

    Das war der falsche Link,bzw kann nicht aufgerufen werden:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,522113,00.html
    oder
    http://www.krebsinformationsdienst.de/Aktuelles/2007/News8.php

  7. filmmogul» Blogarchiv » # 63 Wasserverbrauch der Europäer im Vergleich Sagt:

    […] es gibt hier ein anderes bemerkenswertes Detail. Bei den Wasserwerten in La Manche findet sich, wie hier beschrieben neuerdings auch die Radioaktivität. Ist der Wert gestiegen? (Quelle […]

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