Whatever works – oder warum bei Woody Allen immer Mikrophone ins Bild hängen

Woody Allen in Höchstform. Wie er es immer wieder schafft, Filme eher im Kopf als auf der Leinwand ablaufen zu lassen: Großartig. Menschen finden zusammen, gehen auseinander, ändern sich grundlegend. Der Zynismus des Protagonisten, der Kindern Schachunterricht erteilt, macht vor nichts halt und dennoch ist der Film von einer positiven Aussage getrieben: Liebe sich wer kann. Dieser „Whatever works“ könnte auch ein Theaterstück sein, Filmtechnik braucht der Mann nicht unbedingt, um seine Geschichten zu erzählen.

Apropos Filmtechnik?
Wer schreibt bitte endlich die Doktorarbeit über die Mikrophone, die bei Woody Allen dauernd von oben ins Bild hängen?

Mögliche Erklärungen für die Mikros im Frame bei Woody Allen Filmen:

1. Es muss und soll so sein. Der Zuschauer muss daran erinnert werden, dass er auf eine Leinwand schaut und soll nicht allzu tief in den Film eintauchen. Zu jeder Zeit muss ihm bewusst gemacht werden, dass er nur Konsument eines Kunstproduktes ist.

2. Die Technik, bzw. der Cache ist Schuld.
Normalerweise sorgt der Kameramann dafür, dass das Mikrophon nicht im Bild von oben reinragt und die Aufnahme wird wiederholt.
Nachträglich kann man das Mikro hinter einem Cache verschwinden lassen, muss aber entweder ein schwarzer Balken drüber legen (der das Filmbild verkleinert) oder aber der Kameramann hat für die Fernsehauflösung kadriert – diese verschluckt einfach ein paar Zeile oben und unten und das Mikrophon ist dann nicht mehr zu sehen.
Im Kino wird aber das volle Bild gezeigt und da kann dann das Mikrophon am oberen Bildrand wieder auftauchen. Naja, diese Erklärung befriedigt nicht wirklich.
Gegenargument: Das müsste er nach 35 Jahren Filmemachens langsam wissen.

3. Der Typ der die Angel (Stab an dem das Mikrophon befestigt ist) führt, gehört seit 20 Jahren zum Team und keiner will ihm sagen, dass er gelegentlich hinter seiner Gerätschafft einnickt und das Mikrophon schlagartig ins Bild hinein baumelt.

Vielleicht gibt es noch andere Gründe, die mir gerade nicht einfallen wollen.
Es ist in jedem Fall nicht der erste Woody Allen bei dem mir das auffällt und ich neige zu Option 1.

Whatever Works: Liebe sich wer kann auf facebook
Offizielle deutsche Seite des Films: Centralfilm
„Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich möchte nur nicht dabeisein, wenn’s passiert.“ Woody Allen

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Eine Antwort zu “Whatever works – oder warum bei Woody Allen immer Mikrophone ins Bild hängen”

  1. Matthias Sagt:

    Variante 3 wäre definitiv die Charmanteste! Der Typ ist zu Blöd das Mikro zu halten, aber das Team liebt ihn trotzdem. Das erinnert doch stark an Homer Simpson, oder?

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