Archiv für die Kategorie ‘LOve & MOtion’

„Die Geschichte zum Foto(17)“

Samstag, 18. März 2006

Nie zuvor habe ich es gewagt, von einer Fotografie aus einem anderen Jahrhundert geprägt, Negative anzutasten.
Meine Auffassung, das Negativ sei gewissermaßen heilig, ist dahin. Wieder einmal war Wegbereiter für das Umdenken ein gewisser Doc Sagittarius, der vor meiner Kamera plötzlich anfing, mit Textmarkern auf seinen Negativen herum zu malen.
Noch während der Dreharbeiten in den nächsten Tagen, kramte ich in frischen Bildertaschen und klebte todesmutig mein erstes Negativ an die Scheibe, fing an darauf herum zu pinseln und siehe da, das jüngste Gericht blieb aus.
Die ersten Ergebnisse waren (so wie jenes oben) mager, aber mit der Zeit ging es.
„Doc Sag“ ist mir da schon Jahre voraus: Er malt, schleift, stempelt, schwamt und kratzt auf den Negativen herum, als sei es ein Werkstoff. Mit seinen kleinen Kunstwerken bestückt er ganze Ausstellungen.

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„Die Geschichte zum Foto (16)“

Freitag, 17. März 2006

In der Reisnerstrasse 61 im Boschaftsviertel von Wien hatte die Lomographie am Anfang ihre Basis.
Die von einer Kerngemeinschaft (u.a. natürlich die Lomoweltpräsidenten) aus Insbruckern bewohnte WG war laut Aussage des Archivars in einem verheerenden Zustand: „ein schönes Chaos!“. In Kisten und Papkartons waren Fotos aus Ausstellungen und wahllos verteilte Tüten mit Negativen zu einem undurchdringlichen Haufen zusammgeklumpt, so dass man Monate, wenn nicht Jahre brauchte, die Beziehung von Foto zu Negativ herzustellen. Eine Sauarbeit, die sich der gute Archivar selbst aussucht hat. Die wilden Partys und den Anfang der „Party-Veranstalter-Community“ (Zitat Stranzinger) bebildert der Film mit vielen dieser geretteten Fotos.

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„Geh Headbangen!“ ID Pool # 77

Freitag, 17. März 2006


Das Angeprangerte „selbstreflektierende“ in Blogs hat mich (nun oder längst) ereilt, in der Beschäftigung mit der Bewerbung von „LOve & MOtion“, kommen mir so viele Bilder von mir unter, dass man mich für einen narzistischen Schnösel halten könnte.
Darauf antworte ich mir selbst: „Geh headbangen!“ Die Bilder beim Headbangen stehen jedem schnöselhaften Gebaren diametral gegenüber.
Aber auch hier scheine ich auf dem Holzweg: „Headbangen ist für Weicheier und Poser, richtige Rocker moshen…“ (ein gewisser sparch im Blog des RollingStone) Aha! Ich ein Weichei!
Dennoch, wer heute noch nicht Headbangen war, sollte das dringend nachholen. Diejenigen, die in Ermangelung einer Haarpracht keine so schönen Flugkurven hin bekommen, die müssen eben noch beim „1 € Laden“ vorbei und sich einen Restbestand aus dem Faschingsabverkauf sichern. Auf die Fotos bin ich gespannt!

„Die Geschichte zum Foto (15)“

Donnerstag, 16. März 2006


Diesen Rotstich, der von den uralten rotbraunen Tapeten und den schönen Neonreklametafeln bzw den fein ausgesuchten Tisch- und Stehlampen herrührt, kann man leicht im „Scotch & Sofa“ in der Kollwitzstr. 18, auf Film bannen. Einige Fotos, die hier entstanden sind bebildern eine „Nachtszene“, in der es via Fotogeschichte durch die menschenleeren Orte dieser und anderer Städte geht.
Zahlreiche treffen des Mogulklüngels wurden hier abgehalten und finden dort bald wieder statt (versprochen!), so sich der Schleier hebt, der da „Wintervernebelung“ heißt.

Scotch & Sofa Bar Kollwitzstr. 18, Prenzlauer Berg 10405 Berlin Tel.: 030 44042371
Täglich ab 19 Uhr. Im Sommer täglich ab 13 Uhr.
Link im Stadtplan

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„Die Geschichte zum Foto (14)“

Mittwoch, 15. März 2006


Das „hogs & heffers“ liegt im meatpacking district von NYC und ist anscheinend in der Serie „Sex and the city“ zu neuer Berühmtheit gelangt. Auf der einen Seite der Straßen werden Schweinehälften verladen, auf der anderen Seite die kleine schummrige Bar mit Holzboden und abgekratzten Wänden (ein Saloon für Motorradfahrer). Wir tranken ein „morning beer“, um zu neuen lomographischen Taten aufzubrechen. Von der Decke in dieser Bar hängen unzählige BHs. Damals ging die Sage, dass die Frauen auf der Theke strippen würden und noch mehr wilde Dinge vollführen. Heute weiß ich, dank dem britischen Journalisten Toby Young und seinem Artikel im Sunday Herald: Immer wenn eine Frau in die Bikerkneipe kommt, wird sie aufgefordert ihren BH abzugeben, sonst muß sie eben draußen bleiben. Ohja, ein paar Quadratmeter rechtsfreier Raum in den guten alten Staaten:

Sunday Herald – 02 June 2002

„The only model I knew was Honor Fraser, the sister of Lord Lovat. I’d been introduced to her by her cousin, Aeneas Mackay, who was working in New York as an investment banker. When Aeneas told me Honor was going to be in town one weekend I begged him to set me up with her and we ended up having dinner at Indochine, a fashionable restaurant on Lafayette Street. (He booked it.) Aeneas had invited another model, Ines Sastra, and afterwards I suggested we all go to Hogs & Heffers, a motorcycle bar in New York’s meatpacking district. The chief virtue of this establishment was that the staff encouraged the female patrons to remove their bras and hang them on a „bra tree“ behind the bar as soon as they walked in.

When we arrived there was a long queue and Honor asked me if there was anything I could do. I boldly marched to the front of the line and introduced myself to the doorman, a grizzled biker in full Hell’s Angel gear.

„Do I really have to wait on line?“ I asked him. „I’m on the list.“

He looked a little sceptical so I leant forward and, in a conspiratorial whisper, added: „I’m with two supermodels.“

„De only list you’re on is de stoopid list,“ he bellowed. „Back a de line.“

Needless to say, I went home alone that night.

British journalist Toby Young

ganzer Artikel: Sunday Herald – 02 June 2002
„Die einzige Liste auf der du bist ist die Idiotenliste, stell dich hinten an!“, den werd ich mir merken!
Übrigens, ja im „hogs & heffers“ sind die Bedienungen angewiesen auch um 10 Uhr morgens nur im BH zu bedienen!

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„Die Geschichte zum Foto (13)“

Dienstag, 14. März 2006

Meine Cutterin , hat sich während unserer monatelanger Schnittarbeiten auch eine LOMO LCA besorgt und mutig ihre ersten Filme verschossen, die Ergebnisse waren ernüchternd. Aber das Bild oben, welches auch mit auf den ersten Filmen war, erregte Aufsehen: sie war nicht die einzige Lomographin, die die Lampe auf dem Gelände der Kulturbrauerei des nachts eingefangen hatte. Mehrere Lomographen, deren Filme sie zu Gesicht bekam, hatten die Lampe abgelichtet. Sie fand das zunächst unheimlich.
Aber langsam war klar, der geschärfte visuelle Blick des Lomographen fängt solches ein (und da gibt es einen sich überschneidenen Bilder-Kanon): Lampen, Lichtspiele überhaupt, Farben, Dämmerlicht, Mischlicht, Neonlicht, Sonnenlicht sowieso.

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„Die Geschichte zum Foto (12)“

Montag, 13. März 2006

In einem Park Mitten in St. Petersburg an einem Sonntag im April.
Die Männer sitzen bei Eiseskälte draußen und spielen Karten, ein paar Wahrsagerinnen, eine Frau mit einem Pferd und ein kleiner Jahrmarkt haben im Eismatsch den Betrieb aufgenommen und versuchen den Petersburgern ein wenig Zerstreuung und Kurzweil zu bieten. Der Eisangler versucht nebenbei noch sein Abendessen zu fischen. Hinter dem „Zwergenrad“ – von Riesenrad kann da wirklich nicht reden sein, obwohl Erwachsene damit fahren – hat eine bemerkenswerte Schießbude ihr Zelt mit Doppelter Rückwand aufgebaut, in der man auf Dosen mit echter Munition losballern darf. Jaja der Frust im Winter. 4 Monate Sommer, der Rest Winter. So hoch im Norden, das drückt auf´s Gemüt und man muß das ganze Leben mit dieser russischen Schwermut rumlaufen, muß sich sogar auf dem Au-Pair-Markt gefallen lassen, dass die dauergrinsenden Sonnenkinder aus Brasilien den Vorzug erhalten.
Auf dem Weg zum Park in einer Unterführung jede Menge Musik-CDs und Film-DVDs, jedes aktuelle Spiel in der Auslage – gegen Vorkasse kann man sich die Kopie im nächsten Tag abholen! Es lebe die freie Kopierwirtschaft.

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„Die Geschichte zum Foto (11)“

Sonntag, 12. März 2006


An einem wunderschönen Morgen im Oktober 2001 (wunderschöner „indian summer“) – es war der Morgen nach Halloween – zogen wir von unserem Hotel in der Nähe von San Francisco los, um in aller Herrgottsfrühe Dreharbeiten für ein neues Auto von DaimlerCrysler herunterzukurbeln. Das Wetter war klar und kaum waren die Vorbereitungen gemacht und es konnte eindlich losgehen, da kroch plötzlich vom Meer diese Wolkenfront nach oben und man konnte von der Golden Gate Bridge nur noch einen winzigen Zipfel sehen (rechts in der Ferne). Ich entschied, ein paar Aufnahmen im Nebel zu machen unter dem konzertartigen Hupen der Fähren, die den Hafen passierten und damit ließen wir es dann bewenden! Da ich nie auf der Brücke war, habe ich hier einen virtuellen Brückenspaziergang gemacht.

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„Die Geschichte zum Foto (10)“

Samstag, 11. März 2006


Die DVD zum Film, die (so das Publikum will) im September/Oktober erscheint, wird auch standesgemäß ein paar Schnippsel enthalten, die der Schere zum Opfer gefallen sind. So muß dieses schöne Werkzeug weiter auf seinen Auftritt warten, eine bewegliche Linse, die äußert seltsame optische Verzerrungen hervorbringt und deren Erklärung der beflissene Doc. Sagitarius sicher übernimmt.
Beim Dreh war ich so fasziniert, dass ich Doc. Sagitarius in seiner Vorführung erst unterbrach, als er nach minutenlangem Durchspielen seines Grimassenrepertoires mich kleinlaut anflehte: „Kann ich jetzt aufhören?“

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„Die Geschichte zum Foto (9)“

Freitag, 10. März 2006


(Wiener DJ in Soho NYC 1999)
Die Sage geht so:

„Irgendwo auf einem der Millionen Dächer von New York City, während der Lomographischen Weltmeisterschaften im Oktober 1999, erzählte uns der leidenschaftliche Lomograph und Dokumentarfilmer Christian Schmidt-David zum ersten Mal über seine Vision, der ganzen außergewöhnlichen Geschichte der Lomographie einen eigenen Film zu widmen.“
(aus dem newsletter der Lomographen in Wien zur Ankündigung meiner Filmpremiere beim Max-Ophueles-Preis in Saarbrücken)

Ich war mit auf dem Dach, hier das Beweisfoto:

Auf diesem Dach sind noch andere Dinge passiert und da es einer der letzten Tage meiner Reise nach NYC war und mein Finger nach einer Woche am Abzug äußerst nervös, konnte ich (und viele andere Lomographen) beobachten, wie die Haarpracht des Weltpräsidenten Wolfi Stranzinger vom Dach des Galeristen rieselte. Ich weiß nicht, welche Wette er verloren hat, aber von einem Verwandten mit einer Taschenmesserschere die Haare geschnitten zu bekommen: es kann sich nur um Hochverrat (oder schlimmeres) handeln, vielleicht hat er heimlich (nur einmal) kurz den Auslöser einer Spiegelreflexkamera betätigt?

Nach der Tortur hätte er problemlos seine Schnittwunden auf der Glatze (sic!) bei dieser Party herzeigen können:

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„Die Geschichte zum Foto (8)“

Donnerstag, 09. März 2006

Dieser junge Mann hat in meinem Film einen Satz losgelassen, den man sich gerne in Harz gießen möchte: „Der Lomograph ist ein Einhorn! Das ist so eine Rasse, die man selten trifft…“
Nach Aussage von Herrn Wilding, hat ihn der Langenscheidt Verlag angerufen, um anzufragen, ob der Satz in eine Neuauflage des Zitatenschatzes aufgenommen werden darf.
Ich habe nichts dagegen, ein Eintrag im Langenscheidt, das hätte doch was!

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„Die Geschichte zum Foto (7)“

Mittwoch, 08. März 2006

Hunde sind in einer Stadt nichts Außergewöhnliches. Aber in St. Petersburg hatte ich das Geühl, dass die Hunde eine besonders hintergründige Schlauheit besitzen, die wahrscheinlich von den restlichen Mitbürgern abfärbt.
Hunde, ein begehrtes fotografisches Ziel, dürfen in einem Film über Lomographie natürlich nicht fehlen.
Wie der Herr, so der Hund wäre eine weitere schöne lomogaphische Aufgabe! Vielleicht möchte sich jemand einer solchen Sammlung widmen oder hat sie gar schon in der Schublade?

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„Die Geschichte zum Foto (6)“

Dienstag, 07. März 2006


In der Kantine von LOMO PLC gibt es mehrere Eingänge. Einen für den gewöhnlichen Genossen und einen für den höher gestellten Genossen (kein Wunder konnte der Sozialismus nicht funktionieren). Der Eingang für letzteren Genossen führte in zwei Räume, die in ihrem spärlichen Luxus für uns heute schon eine museumsreife erreicht haben. Wer aber hier an diesem Tisch von einer extra abgestellten Privatköchin feines Essen serviert bekam, der hatte es innerhalb des LOMO Werkes geschafft. Im Nebenraum konnte man wichtige Telefonate führen und dabei einen Cognac schlürfen. So nobel ging es zu hinter den Kulissen und wenn die damalige Köchin nur halb so gewitzt war wie die Köchin die uns bekochte, dann hat der Rest der 6000 Mann im Werk auch von dieser Klassentrennung gewußt.

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„Die Geschichte zum Foto (5)“

Montag, 06. März 2006


Panfilow und seine Fabrik!
Bei dem Namen Panfilow, (die Russen sagten im Interview meist „General Panfilow“) kam einigen Interviewpartnern das kalte Grausen. Die Gänsehaut schlich sich in die Gedanken und ein sekundenlanges Frösteln ließ die Stimme ersterben. Panfilow war der letzte große General, der in Ostblockzeiten das Ruder bei LOMO PLC in der Hand hatte. In jedem Raum bei LOMO PLC hängt noch ein Portrait des alten Monarchen. Als General eines Rüstungskonzern blieb die Verquickung zur Politik nie aus. Im Museum sind die jeweiligen Generäle oft mit ihren politischen Klüngelbrüdern zu sehen: Breschnew und Panfilow waren ein Gespann, Klebanow und Putin ein anderes.
Am beeindruckensten fand ich das Telefon, dass dieser Panfilow in seinem Büro stehen hatte. Es hat Knöpfe, die ihn in jede Werkabteilung verbunden haben (der heiße Draht!). Wehe dem, bei dem es klingelte!

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„Die Geschichte zum Foto (4)“

Sonntag, 05. März 2006


Das werkseigene Museum

Diese Fabrik LOMO PLC in St. Petersdorf ist so groß wie ein Dorf.
Zu Hochzeiten gab es eine eigene Werksfeuerwehr, eine Radiostation (täglich gesendetes Werksradio), die noch in Betrieb war als wir vor Ort waren, ein eigenes Kino (incl. 35mm Projektor), in dem ich den Film gerne zeigen würde, so sich ein Sponsor für den Flug findet, 2 Konzertsäle mit Flügeln und und und…
Was haben Firmen heute bei uns kulturell zu bieten? Konzertsäle? Kinos? Vielleicht eine Rund-um-die-Uhr-Kantine wie bei SAP, aber was noch?

Im Museum finden sich neben den vielen Kriegsgerätschaften auch die lange Reihe der Kameras, die hier in St. Petersburg vom Band liefen (weit mehr als diese 3).

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„Die Geschichte zum Foto (3)“

Samstag, 04. März 2006

Das Werk, in dem die LOMO LCA produziert wird in St. Petersburg.
Am Eingang wartet die Pförtnerin, die nach unserem Ansprechpartner fragt. Sie telefoniert. Nach kurzer Zeit kommt Nicolai und holt uns herein. Nur ein Drehkreuz trennt zwischen drinnen und draußen, eines, das wir jeden Tag auf dem Weg in den Supermarkt überwinden. Nur hinter diesem Drehkreuz verbergen sich hochgeheime militärische Apparaturen vom Periskop bis zur Zieleinrichtung für Panzerfäuste und anderes Kriegsgerät. Der Hochsicherheitstrakt ist hoffentlich besser geschützt – aber wir bekommen ihn nicht zu sehen. Es geht hinauf in die Etagen der Mächtigen, die sich für uns undenkbar (naja vielleicht noch im Schwäbischen) ihren Allerwärtesten mit geschnittener Zeitung säubern müssen.
Die Chefetage 2002 in einem der ersten russischen Unternehmen, das privatisiert wurde!

Hier noch ein wichtiger Link für alle Lomographen, die gerne in die Offensive gehen und Anpacken!
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„Die Geschichte zum Foto (2) – Geisterbilder“: ID Pool # 64

Freitag, 03. März 2006

Die Konstantinowa
Die Frau im Kapitalismus der 50er Jahre – wenn man mal so generell sein will – sollte sich hinter die Töpfe trollen und bloß nicht anpacken und wenn, dann nur mit Topflappen geschürtzt. Im Gegensatz dazu mußte die Frau im Kommunismus ihren Mann stehen.
Die oben abgebildete Frau Konstantinowa war in St. Petersburg in der Firma LOMO PLC eine Vorzeigefrau, die es durch männergleiches Anpacken geschafft hatte: Sie wurde Vorarbeiterin einer technischen Abteilung, die fotografische Apparate herstellte, mit immerhin 60 Ameisen unter ihrer Obhut.
Das Fortbestehen der Kameraproduktion hatte 2 1/2 Befürworter, Lazar, der damalige Pressesprecher, Klebanow, der damalige Werksleiter (die halbe Portion) und die Konstantinowa. Diese drei Personen sorgten nach dem Zusammenbruch der Udssr dafür, dass die Kameraabteilung nicht schon früher der Auflösung preisgegeben wurde und dass dem drängen der Wiener Studenten nachgegeben wurde weiterzuproduzieren.
Leider hat Frau Konstantinowa es aus „gesundheitlichen Gründen“ abgelehnt (oder vielleicht auch aus Eitelkeit – sie war ehedem eine noch schönere Frau und kann nun im Alter kein Bild mehr von sich sehen) für meinen Film ein Interview zu geben, aber wir durften in ihrem schön sozialistisch gehaltenen Büro das Interview mit dem Herren hinter ihr drehen: Herrn Cholomjansky, dem Entwickler der russischen Kamera LOMO LCA. Wer im Film genau hinschaut, der kann ihren Stock an der Wand lehnen sehen.
Auch Frau Konstantinowa schafft es einfach nicht bei einer Langzeitbelichtung still zu halten, weshalb sie ein wenig entglitten aussieht. Sorry, schöne Frau!

Im Nachtrag sozusagen noch die Idee, dass genau diese verwischten geisterhaften Bilder auch etwas faszinierendes haben und ich mir deshalb auch hier eine sehr gespenstische Sammlung von Lomographien vorstellen könnte.
In den Archiven anderer Lomographen stapeln sich sicher solche Bilder, warum fangen wir nicht an, sie ab heute zu sammln: Stichwort Geisterbilder!

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„Die Geschichte zum Foto (1)“: ID Pool # 63

Donnerstag, 02. März 2006

Der Kinostarttermin rückt näher (30.3.06). „LOve & MOtion“ im Anmarsch.
Durch den Gedanken beflügelt eine schöne DVD zum Film erstellten zu wollen, beginne ich die Geschichte zu einigen Fotos, die im Film nur für Sekunden zu sehen sind, zu sammeln und aufzuschreiben:

Hier ein Foto von Dieter Dost, einem Schauspieler, der sich in einigen Kultfilmen (Stablerfahrer Klaus ) und an der Seite von vielen namhaften Schauspielern einen kleinen Kultstatus erworben hat (Zum Beispiel auch mit einer Dieter-Dost-Reihe bei Interfilm 2004).
Das Foto entstand in der Charité. Dieter hatte für einen Film als Leiche herhalten müssen und war so überschminkt, dehydriert wie Trockenobst und vom stundenlangen als Leiche herumliegen völlig erschöpft, dass er beinahe auf der Trage am Filmset gestorben wäre. Der Regisseur, dessen Namen ich an dieser Stelle nicht nennen werde, wollte eigentlich weiter drehen, aber eine Krankenschwester hat den Dreh abgebrochen und Dieter ins Krankenhaus bringen lassen. Sie hat ihm das Leben gerettet – auf der einen Seite…
… auf der anderen wurde bei diesem Krankenhausaufenthalt ein Krebsleiden festgestellt. Nach einer späteren Operation, bei dem Teile des Magens entfernt werden mußten, hat er 30 Kilo abgenommen, es ist fraglich ob er vor die Kamera zurückkehren kann…
Ich liebe einfach Geschichten hinter Fotos (im Film sind fast 1000 Stück zu sehen) auch wenn sie manchmal traurig enden, wer noch?

„Laserbilder?“ ID Pool # 42

Samstag, 11. Februar 2006


Wie man so was macht?
Um das herauszufinden, gibt es gibt es nur zwei Möglichkeiten, eine Ausstellung von Volker Schütz besuchen (siehe unten) oder den Film „LOve & MOtion“ ansehen (ab 30.3.06 im Kino), zu dem übrigens der Verleih (Kinostar) in Ergänzung zum bisherigen Internetauftritt einen weiteren flashigen gestrickt hat.
Ich habe mir erlaubt einen der wunderbaren Mach-Geile-Bilder-Instant-Tricks aus Volkers Schatzkiste mal zu Hause auszuprobieren und bin mit den Ergebnissen ganz zu frieden. Man muß nur die Kinder in einer dunklen Ecke stundenlang fixieren, was die schwerste Teilübung an diesem Effekt ist:

Sobald Volker oder ich 10 Anmeldungen zusammen haben, werden wir einen Kurs in der Hauptstadt geben.
Ich bin gespannt, welche überragenden Wunderwerke dort entstehen werden.
Volker Schütz arbeitet schon – zumindest erfährt er das nun über diesen Eintrag – an einer Spezialselektion für den Sonderbonusteil der DVD zum Film.

aktuelle Austellung von Volker Schütz:

frühere Austellungen von Volker Schütz:
Galerie M Beck

LOve & MOtion

Montag, 12. Dezember 2005


LOve & MOtion – Der Dokumentarfilm zur Lomographie und zur LOMO LCA

Endlich ist es amtlich, der Dokumentarfilm „LOve & MOtion“ wird am 30.3.06 seine Deutschlandpremiere haben. Alle die mitgeholfen haben nochmals herzlichen Dank. Die Pressearbeit, um die sich der Verleih Kinostar kümmert, läuft nun auf Hochtouren. Für alle Eingebungen und Ideen zur Verbreitung der Nachricht sind wir weiterhin offen.