Archiv für die Kategorie ‘Im Ausland isses anders’

# 53 Karambolage

Samstag, 17. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Karambolage! Manchmal ist es schon ein Aufeinanderprallen der Nationen. Hier ist aber der Name der Sendung gemeint, die die großen und kleinen Unterschiede zwischen den Franzosen und den Deutschen aufklärt: Arte vom Feinsten, jeden Samstag um 19 Uhr:
Am Sonntag dann um 20 Uhr wird im Blog von Karambolage das Sonntagsrätsel vorgestellt:
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Wo sind wir? In Deutschland oder in Frankreich? Und was ist das Indiz?, wurde z.B. vor 14 Tagen gefragt
Die gesammelten Antworten sind etwas schräg:

– In Frankreich, denn in Deutschland gibt es keine Behindertentoiletten.

– Ich denke, die Aufnahme wurde in Deutschland gemacht, denn man sieht türkische Toiletten und es gibt mehr Türken in Deutschland als in Frankreich.

– In Deutschland, denn die Frau ist rundlich und blond.

– In Frankreich, denn die Behindertentoiletten sind in Frankreich bei den Frauen.

– In Deutschland, denn hinter der Frau hängt ein Schild, das zu lang ist, um französisch zu sein.

– Die Aufnahme wurde in Frankreich gedreht. Es herscht in dieser öffentlichen Toilette eine sehr französische Atmosphäre. Man erkennt vor allem das Geräusch des Wasserhahns, sehr typisch.

Und zum Abschluss eine sehr hübsche, aber richtige Antwort:

– In Frankreich ! Die türkischen Toiletten ohne Becken ! Ich komme aus Barcelona und das ist das Erste, was meine kleine Tochter in einem französischen Restaurant bemerkte : „Komm, komm schnell, jemand hat die Toilette gestohlen!!!“

Die Deutschen wiederum haben alle das Indiz entdeckt, denn in Deutschland gibt es diese Art Toiletten, die die Franzosen „toilettes turques“ nennen, nicht. Aus dem selben Grund kennen die Deutschen aber auch das Wort dafür nicht ! Sie nennen die Sache ganz erfindungsreich Urinal im Boden, Plupsklo, Hocktoilette, Damenplumpsklo, Stehklo, Stehklo für Frauen oder ganz schlicht und einfach : WC-Loch.

Die Meinungen, eine Karambolage.

# 52 Feiertage in Frankreich

Freitag, 16. Januar 2009

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Es gibt 11 Feiertage in Frankreich:
– 1. Januar: (seit 1811)
– Ostermontag
– 1. Mai: „Der Tag der Arbeit“
– 8. Mai: Der Sieg der Alliierten über die Nazis
– „L´Ascension“ – Christi Himmelfahrt
– Pfingstmontag: „Lundi de Pentecôte“ (Christi Auferstehung)
– 14. Juli: Nationalfeiertag
– 15. August: „L´Assomption“
– 1. November: Fronleichnam „La Toussaint“
– 11. November: Das Ende des 1. Weltkrieges 1918
– 25. Dezember; Weihnachten.
Der Franzose glaubt, dass das Christkind am 25. Dezember Geburtstag hat! Manchmal sind die deutschen den Franzosen einen Tag voraus.

51 # Sylvester in Frankreich, zwischen Idylle und Sylvester-Pyromanie

Mittwoch, 14. Januar 2009

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Konfetti, Luftschlangen und Tröten, ein wenig erinnert die Dekoration, die man allerorts kaufen kann, an Karneval für Arme. Reichen (das ist international) fliehen in die Schweiz. Sarkozy feierte in Crans-Montana im Kanton Wallis.
Während man Weihnachten in der Familie feiert, werden an Sylvester (fête d´an) die Freude eingeladen. Das ist dann ein großes Rambazamba oder ein unter Vier-Augen-Zusammensein, je nach dem.
Es gibt kein großartiges privates Feuerwerk, obwohl man einiges kaufen kann (meist sogar das ganze Jahr hindurch). Jedoch nur bestimmte Kategorien, andere sind verboten.
Feuerwerk gibt es nur so richtig am Nationalfeiertag (14.7.). Eine Böllerschlacht mit Nachbarn oder Fußgängern scheint mir undenkbar. Von wegen! Das ist nur auf dem Land so. Mehr als Tausend Autos sollen in der Neujahrsnacht in den großen Städten gebrannt haben, der Tagesspiegel spricht von Sylvester-Pyromanen.
Kein Bleigießen, keine Neujahrsbrezel oder Pfannkuchen in der Neujahrsnacht, diese deutschen (regionalen) Traditionen kennt man leider nicht, so muss dieses Jahr ohne Blei-Figur beginnen. Schade!

50 # Berlin ruft mit kulinarischen Flashbacks

Dienstag, 13. Januar 2009

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Ich höre sie rufen die Mutterstadt: „Komm heim, es wird Zeit, deine Mannschaft (filmmogul), deine Band (shorty), deine Liebe (Französisch)!“
Alles wartet und ich hocke hier zwischen ungemolkenen schreienden Kühen, die mich nachts wachhalten würden, hätte ich nicht das Fenster geschlossen.
Es häufen sich auch kulinarische Flashbacks, die plötzlich nach einem Weizenbier verlangen oder einer Weißwurst mit süßem Senf (scheint mein Körper alle 2 Jahre dringend zu brauchen – wie seltsam), einer Brezel, einer oh Schreck Currywurst! Frischwurst Aufschnitt!
Wir essen kaum Fleisch, aber das scheint eine Mangelerscheinung zu sein, die sich hier Bahn bricht:
Wurstwaren sind hier ja nicht knapp, aber ich mag diese Kuddelwurst nicht oder fettge Salami oder Bratwürste, die einfach nur triefen.
Also nichts gegen deutsche Wurstwaren! Vor allem natürlich aus dem Süden!

Mit dem Traktor zum Südpol

Samstag, 10. Januar 2009

Ich liebe diese Menschen, die es einfach wahr machen.
Als Kind den Traum haben, mit dem Traktor zum Südpol zu fahren.
Und als Erwachsene den Traum leben und sicherstellen, dass man heil wieder nach Hause kommt. Bravo!
traktor_zum_suedpol
Allzeit gute Fahrt!

# 49 Voila Monsieur le president, der Ankläger

Freitag, 09. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Wenn ER das sieht, dann wird er bestimmt seinen Rechtsberater anrufen:
Sarkozy Eistanz
Der Hengst als Eisprinzessin?
Sarkozy und seine Frau Carla Bruni klagen ja gerne mal, wenn sie in der Öffentlichkeit auftauchen, ohne gefragt worden zu sein. Der SMS-Skandal, die Werbung der Ryanair, die 1-Euro-Klage aus 2005 gegen die Schweizer Zeitung „Le Matin“ sind einige Beispiele. Hoffentlich hat der Fernsehsender ntv bei seiner Anzeige oben nachgefragt, ob das ok geht.
Monsieur le President klagte zum Beispiel auch gegen den Voodoo-Puppen-Bausatz (in 2. Instanz verloren):
sarkozy-vaudou-1
Man kann auf der zu nadelnden Puppe folgende Aufdrucke finden:
„Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen“ (sein ewiges Gerede von den Deutschen als Vorbild)
„Gesindel“ (der Vorwurf an die Vorstadt-Jugendlichen)
„Hau ab, Du Blödmann“ (gegenüber einem Besucher der Pariser Agrarmesse, der ihm nicht die Hand schütteln wollte).
Carla Bruni klagte wegen einer Handtasche, auf der sie nackt zu sehen ist (ein Foto aus Zeiten ihrer Modellkarriere). Prozess gewonnen. Die 40 Tausend Penunzen sollen gespendet werden.
Angela Merkel klagt, wegen der Krise, aber klagt sie auch sonst?
Nein, in Deutschland wird auch mal die Kanzlerin angeklagt.
Mir wäre eine Klage gegen eine Handtasche mit ihrem nackten Porträt nicht unsympathisch, ich würde mir diese Tasche schnell kaufen, bevor sie aus dem Verkehr gezogen wird.
Die Ex des Präsidenten Cécilia Sarkozy wird in einem Buch mit den Worten zitiert: Sarkozy sei „billig, lächerlich und ein Frauenheld“. Dagegen klagte er nicht.

# 48 politische Karriere in Frankreich?

Mittwoch, 07. Januar 2009

Wer in Frankreich politische Karriere machen will1, sollte sich in jedem Fall den Grünen anschließen, deren Image braucht dringend eine Politur:
greenpeace
(gesehen in Cherbourg)
So lange man den Eindruck hat, die Grünen seien ein Müsli kauendes Besserwisserpack2, kann man nicht ernsthaft verlangen, dass ein kritisches Bewusstsein für Umweltthemen entsteht: Kann es sein, dass es Atomkraft-Nein-Danke!-Aufkleber nur auf Deutsch gibt?
flaggezwei_jahre_frankreich

  1. Es gibt tatsächlich Menschen, die das vorhaben, vielleicht auch gerade wegen Sarkozy []
  2. Eine Gestalt wie Joschka Fischer fehlt hier noch []

Sarkozy streicht die Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Dienstag, 06. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Frankreich soll eine Qualität wie BBC haben, am liebsten bald und ohne Werbung.
Eine Meldung auf ntv geht davon ausgeht, dass diese Reform ohne Steuererhöhung nicht auskommen wird.
Eine neue Steuer, soll Internetprovider und Handytarife, sowie die privaten Fernsehsender „geringfügig“ belasten. Die Privaten, die von der Regelung am meisten profitieren, sollen für das Qualitätsfernsehen der anderen zahlen und den Werbeausfall der staatlichen Sender kompensieren.
Sarkozy „bedient“ damit ganz nebenbei wieder einen seiner Freunde, den Chef des Privatsenders TF1 Martin Bouygues (Trauzeuge und Taufpate einer seiner Söhne).
Werbung wird zunächst auf den beiden staatlichen Sendern ab 20 Uhr verboten, von 2011 an soll es gar keine Werbung mehr im Staatsfernsehen geben.
800 Milliarden Euro jährlich weniger, da fürchtet manch ein Redakteur, dass er in Zukunft nicht Qualitätsfernsehen, sondern Qualfernsehen machen muss.

Kritiker werfen Sarkozy vor, er habe die Neuregelung in erster Linie deswegen vorangetrieben, um den Privatsendern Gutes zu tun. Bouygues wehrt sich gegen die Vorwürfe, er profitiere von seiner Nähe zum Präsidenten. Die Tatsache, dass er mit Sarkozy befreundet sei, dürfe ihm nicht zum Nachteil gereichen, betonte er.

soweit ntv.

Ja, nicht zum Nachteil gereichen, kann man auch als – „muss sich für mich in jedem Fall für mich auszahlen“ lesen und das tut es ja.

Außerdem wird nun der Chef des Staatsfernsehens vom Staatschef ernannt.
Basta! Zack, wieder eine Reform durchgepeitscht, wieder einen Spezi reich gemacht. Das ging doch bei uns nur in Bayern, oder?

# 47 Lehrer bewerten in Deutschland und Frankreich: „spickmich“ vs „note2be“

Montag, 05. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich

Zum Umgang der Franzosen mit Autoritäten muss man sagen: Olala!
Da Sarkozy dauernd neue Freunde in Ämter hebt und es keinen Massen-Aufschrei des Wahlvolkes gibt, hat man den Eindruck, so lange ist die Monarchie gar nicht her und auch die Revolution, war wohl eher ein Revolutiönchen.
Während die Deutsche Lehrer-Bewertungsseite spickmich einen Sieg nach dem anderen gegen klagende Lehrer erringt, wurde die Französische Site note2be kurzerhand aus dem Verkehr gezogen. Nach massiven Protestschreiben der Lehrer und einem Gerichtsurteil wird nun nur noch in einer abgespeckten Form Kritik geübt – u.a. ist die Namenssuche nach Lehrern nur stark eingeschränkt möglich.
Kritik an Lehrern ist immer noch ein gesellschaftliches Vergehen. Nachdem die Englischlehrerin unserem Sohn beibringen wollte, dass es „Hi“ heißt, anstatt „Aitsch“ (bei der Buchstabierung des H im Englischen), haben uns andere Bekannte (selbst Lehrer) geraten, es auf sich beruhen zu lassen, sollte die Kritik bei der Lehrerin falsch ankommen, würde es nur auf dem Rücken des Sohnes ausgetragen. Aha. Vielleicht wird es Zeit für eine weitere Revolution. Die Schüler und Studenten haben in letzter Zeit vermehrt (leider nur gegen die Schulreform) gestreikt, vielleicht braut sich ja etwas zusammen. Das Land könnte es gebrauchen, um nicht in einer Starre aus Gehorsam festzufrieren.
Die Oberstufenreform wurde nun erst einmal verschoben.
Quelle: newsletter von artlawer:

Internetrecht: Neuer Sieg für „Spickmich“
Vorfahrt für die Meinungsfreiheit.
Bereits mehrfach wurde das Lehrerbewertungsportal im Internet „spickmich“ mit Klagen überzogen. Zuletzt klagte in Duisburg eine Lehrerin dagegen, dass ihre Schüler sie per Internet bewerten können. Erfolglos. Nach dem Urteil des Landgerichts Duisburg genießt die Meinungsäußerungsfreiheit den Vorzug vor dem Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der benoteten Lehrerin. So entschied das Gericht, dass die Bewertungen der Schüler zulässige Werturteile und keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts seien. Die Noten fielen in den Schutzbereich des Grundrechts auf Meinungsäußerung, sagte ein Gerichtssprecher.
Erst Ende Januar war eine Gymnasiallehrerin vor dem Landgericht Köln mit ihrer Klage gescheitert.
Quelle: SPIEGEL ONLINE v. 18.04.2008

# 46 neue Nummernschilder in Frankreich

Sonntag, 04. Januar 2009

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Ab dem 1.1.2009 ist es vorbei mit der einfachen Bestimmung von Départments anhand der letzten beiden Ziffern bei der französischen Autonummer.
Zwar wird es weiterhin die alten Schilder geben, aber langsam werden sie verschwinden. Die schrittweise Einführung eines neuen Systems mit Namen SIV : Système d’Immatriculation de Véhicule hat begonnen.

Nummernschild

neue französische Nummernschilder


Die „19“ auf dem unteren Schild ist dann nur noch ein Zusatz, der freiwillig ist. Gerade hat man sich daran gewöhnt, jeden Pariser (75) der übers Wochenende nach La Manche (50) kurvt zu entziffern, da ist es auch schon wieder vorbei. Schade.
Die Einführung stößt auf breiten Widerstand, weil man eben nicht mehr, hinter jedem Auto los hupen kann, das mit der gleichen Endnummer versehen, den Verkehr aufhält. Mit der neuen „Tarnnummer“ ist es vielleicht einer aus einem ganz anderen Département?
Der Vorteil: man behält die Nummer ein Leben lang (wie in England) und muss sich keine neue Autonummer merken oder wie in Deutschland bei jedem Umzug das Autokennzeichen wechseln und blechen.

Bei 13 Millionen An- und Ummeldungen im Jahr stoße das bisherige System an Kapazitätsgrenzen, heißt es,

bei Monster and Critics. Vielleicht ist das ja ein Vorschlag, bei dem die Deutschen den Franzosen mal was abschauen können.
Mehr zu lesen in der Wiener Zeitung oder beim französischen Innenminister.

# 45 die Verfeinerung der Geschmacksnerven und das Archaische liegen eng beieinander

Freitag, 02. Januar 2009


Eigentlich wollte ich Herrn Wolfram Siebeck ordentlich in die Pfanne hauen, da er ganze Landstriche im ZEITmagazin der Kulinarischen Barbarei bezichtigt hat – die armen Ossiländer. Wer sich aber so beschissen anziehen kann (ZEITmagazin Nr. 1 vom 23.12.2008, S. 46) und dann noch vorgibt einen ausgesuchten Geschmackssinn zu haben, der disqualifiziert sich einfach selbst. Der Mann strotzt vor Überheblichkeit, wenn er dem Heer der Ost-Köche rät „aus diesen verpönten Innereien“ (vollständiger Artikel) einen verfeinerten Leckerbissen zu machen.
Was nun aber gesagt werden muss: der Geschmack soll sich Verfeinern dürfen und dazu braucht man entweder Kultur oder das Experiment.
Ob man nun herausschmeckt, ob die Nutella aus Deutschland oder aus Frankreich kommt, halte ich für einen Versuch in die richtige Richtung, auch wenn Kenner das sofort mit „na klar schmeckt man´s“ beantworten:

Die Geschmacksaufgaben müssen zunehmend schwieriger werden, sonst landet man irgendwann bei drei Gerichten, die man zwanghaft abzuwechseln versucht. Nutella mit Brot, Nutella mit Kartoffeln, Nutella mit Nudeln.
Das fällt unter deutsche Geschmacksverfeinerung, während der Franzose schon beim Anblick erkennt, ob die Foie Gras selbstgemacht oder gekauft ist – übertrieben gesprochen.
Foie Gras hätte ich früher nie gegessen, schleichend kann ich mir aber vorstellen, dass man diesen Geschmack zum Kulturgut erklärt (wie bei den Franzosen geschehen). Ein schwerer Gewissenskonflikt: Kultur oder Kreatur? Dass sich die Franzosen auf die Seite der fragwürdigen „Genuss-Kultur“ stellen ist bezeichnend.
Es muss an dieser Stelle gesagt werden, dass es nicht zu rechtfertigen ist, dass Tiere gequält werden, warum auch immer. Das scheint in der französischen Gesellschaft nicht angekommen zu sein, da an Weihnachten auf jeder Festtafel die Foie Gras zu finden ist.
Videos wie diese zeugen von Grausamkeiten, die einem den Appetit vergehen lassen.
Wer sich also dagegen aussprechen will, kann das hier tun: Manifest zur Abschaffung der Stopfleber.
Andererseits im Agrarstaat Frankreich (50% aller Bürgermeister sind Bauern) lebt man mit einem Fuß im Feld. Man kennt, liebt und tötet die Kreatur. Unsere Nachbarn schlachten Hühner, Hasen, Schafe, Ziegen, Schweine zum Teil noch selbst. Davor habe ich zum einen Respekt, zum anderen schüttelt es mich, weil ich die Grausamkeit, die mit der Schlachtung einher geht, nicht wahrhaben will. Wenn wir sie selbst schlachten müssten, die Tiere, dann gäbe es sicher bald ein paar Vegetarier mehr unter uns. Die Bauersfrau fragt mich, wieso ich nur die Schenkel oder die Brust vom Huhn will? Was soll man den mit dem Rest von diesem „kaputten“ Huhn machen. Chicken MC Nuggets?
Ich habe mich also daran gewöhnt, dem Suppenhuhn den Kopf selbst abzuschneiden und die Innereien vor dem Kochen aus dem Hühnchenkörper zu nehmen.
Es gibt auch einen Bauern in St. Martin le Hébert, der Gänse und Enten hier in der Nähe hält. Auch er macht die Foie Gras. Jeden Tag fahre ich an seinen im freien gehaltenen Tieren vorbei und kann mir nicht vorstellen, dass er so barbarische Mittel wie im Video oben anwendet. Er hat mir auch schon den Raum gezeigt, in dem die Tiere geschlachtet werden und selbst diese Schlachtküche hat mich noch nicht abgeschreckt. Wenn ich einen mutigen Tag habe, dann frage ich ihn danach, wie das mit der Mast bei ihm funktioniert. Das Archaische und die Verfeinerung der Geschmacksnerven liegen scheinbar ganz eng beieinander hier in Frankreich.

Zwei Jahre Frankreich # 44 „heula!“

Dienstag, 30. Dezember 2008


Auf der Internet www.heula.fr findet man eine interessante Sicht auf die Normandie und kann einen Eindruck davon gewinnen, wie der Normanne sich sieht. Ein stoischer im Regen stehender sympathischer Mensch, der dem Wetter und den modernen Errungenschaften trotzt. In etwa so wie Paul, einem landesweit bekannten Bauern aus La Manche.
pauldanssavieWetter Normandie, Gefahr der Aufheiterung
„Vorsicht, Gefahr der Aufheiterung – Normandie stark und grün“ steht da. Ja, es regnet mehr als anderswo, dennoch besteht nicht nur für das Wetter die Gefahr der Aufheiterung. Und wenn die Sonne herauskommt, muss man eben nach draußen. Es gilt zu profitieren, wenn das Wetter mitspielt. Die Belohnung für das Ausharren unter dem Regen ist eine immergrüne Landschaft mit satten Weiden und Kühen, die eine besonders fette Milch geben.
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„Heula!“ wird regional (Departement Orne) für „Olala!“ gesagt und wird „Ölaaa!“ ausgesprochen.

Zwei Jahre Frankreich # 43 Die Jäger sind los

Sonntag, 26. Oktober 2008

Heute morgen vor der Haustür:
Zwei Wochen nach dem Schulbeginn hängen die Jäger allwöchentlich ihre Büchsen über die Schultern und stapfen los.
Heute also mit Hundemeute, die über die Felder, das Dickicht und den kleinen Wald getrieben wird, höchstwahrscheinlich um ihn aufzuspüren: den Fuchs, den ich gelegentlich treffe. Meist habe ich dann keinen Foto dabei und die Lichtverhältnisse sind schlecht. Tagesanbruch ist seine Zeit für den Heimweg. Die Meute zieht in der Nähe vorbei, aber es fällt kein Schuss. Er ist eben schlau.

Zwei Jahre Frankreich # 42 Zeitungslandschaft & Pressegeisel

Freitag, 24. Oktober 2008

Wie immer geht es im Sprachkurs am Mittwoch hoch her. Die Zeitungen, die man in Frankreich auch les canards1 nennt, und ihre politischen Ausrichtungen sollen heute besprochen werden.
Hier haken die Engländer im Kurs ein: a canard bedeutet dort eine Lüge, was der deutschen Zeitungsente (Falschmeldung) ja recht nahe kommt. 3 Länder, 2,5 verschiedene Bedeutungen eines Wortes.
Mein Prof gibt zunächst den Grobüberblick: „Alles was von Sarkozy kontrolliert wird“, da sein Freund Herausgeber mehrerer Blätter ist, befindet sich rechts.
Der Überblick:

Die Selbstzensur der Journalisten lässt verschiedene Informationen untergehen, die dann entweder in der Zeitung, die alles darf – „le canard enchaîné“ („die Ente in Ketten“) oder der Internetseite www.rue89.fr wieder auftauchen, möglicherweise von den gleichen Journalisten, aber unter einem Decknamen.
Sarkosys Restfreunde werden mit Aufträgen versehen:
z.B. bekommt einer den Auftrag Elektrowaffen an die Polizei zu liefern. Die Waffen sind ähnlich gefährlich wie Schußwaffen, aber nur die linken Blätter berichten darüber.
Oder: Der Präsident der CSA wird gesucht und Mr. Narkozy stellt sich an, den Posten durch Vorschläge aus seinen Reihen selbst zu besetzen, obwohl dass in Frankreich nicht gerne gesehen wird. Die CSA wacht zum Beispiel darüber, dass in Fernsehduellen von Politikern jedem genau die gleiche Redezeit zugestanden wird. Aha!
Das sind hier langsam Zustände wie in Italien und die Franzosen sind machtlos, die Zeit der Könige scheint gerade erst vorbei zu sein.
Zum Glück gibt es eine journalistische Opposition, die dem Imperator Sarkozy ordentlich ans Bein pinkelt.
So wurde zum Beispiel ein Video veröffentlicht: „Sarkozy im off“, das den Präsidenten- wenig präsidial – zeigt. Mitgeschnitten bevor er im Juni in einer Sendung auf France 3 zu Gast war, regt er sich darüber auf, dass ihn ein Studio-Mitarbeiter nicht gegrüßt hat. So ein Lümmel!
Zumindest in „Charlie Hebdo“ geht es dann (wie in der deutschen Titanic) ordentlich unter die Gürtellinie.
„Die Wähler von Palin sind genervt“

Ein schwarzer Bär im weißen Haus? Niemals!

Keine Ausgabe von „Charlie Hebdo“, in der der Präsident nicht ordentlich durch den Kakao gezogen wird.
Es lebe die Oposition!

  1. wörtlich übersetzt „die Enten“ []

Zwei Jahre Frankreich # 41 Sprachlabor: Gedichte!

Montag, 20. Oktober 2008


Eine ganz neue Zusammensetzung von CCC. Das Lebensmotto1 , ein Aufdruck auf einem Einkaufskorb, passt zu der Dame, die aussieht, als könnte sie sich ihre teuren Hobbys auch leisten.
Unser Prof will heute, dass wir Gedichte schreiben auf Französisch und am besten so ähnlich wie Jacques Prévert, der im Nebenberuf Normanne war. Ansonsten hat er soviel geschrieben (Drehbücher, Kinderbücher, Gedichtbände), dass er zu Lebzeiten wohl wenig geschlafen haben muss.
ICH KANN KEINE GEDICHTE! Konnte ich nie! Und schon gar nicht auf Französisch!
Er bleibt hartnäckig und bis nächsten Mittwoch will er Ergebnisse sehen.
Dann philosophieren wir darüber, warum eigentlich wer, den Nobelpreis bekommt hat und ob es je etwas mit Können zu tun hatte oder eher mit Klüngel (Deutsch-Österreichische Achse2) oder Politik (man nehme ein krisengeschütteltes Land, auf das man aufmerksam machen will und suche darin den unbekanntesten verdienstvollsten Autoren).
Vom Hundertsten ins Tausendste fällt uns noch ein, dass man mit den Millionen von Nobel ja nun in einer Liga mit den Managern spielt, die die Millionen von anderen gerne verspielen.
Diese „Manager“ darf man auch in Frankreich (noch) englisch betiteln, da die Akademie Française, auf der mein Prof immer gerne herumhackt, mit der Aufarbeitung des französischen Wortschatzes gerade bei „G“ hängt.
Wenn sie je fertig werden, „können sie wieder von vorne anfangen, aber das ist egal, sie schreiben den Schmöker sowieso nur für sich selbst“.
Erfolglose Manager bekommen, wenn sie ihren Hut nehmen müssen, eine schöne französische Redewendung nach geworfen, die wohl schönste Umschreibung für Abfindung: un parachute d´or. Der goldene Fallschirm.

  1. „I love champaign, caviar and cash“ []
  2. Grass – Jelinek []

# 40 Zahlenzauber, Speckröllchenaffäre und Zensur

Freitag, 10. Oktober 2008


Französisch für Fortgeschrittene 1. Teil.
Die Gruppe „advanced“ setzt sich aus Linda, Barbara, David, unserem Prof und mir höchstselbst zusammen, macht also 5.
Wir lernen zunächst 17 französische „expressions“1 kennen, die sich aus Zahlen und Zahlworten zusammensetzen.
Mir fällt sofort ein, dass 17 und 5 = 23 ergibt und das ist die Zahl der Illuminaten. Dazu gleich.
Beispiel:
Couper les cheveux en quatre.2
Während also der Deutsche und auch der Engländer Haare nur spaltet3, werden sie vom Franzosen sogar geVierteilt.
Unser Prof ist gut drauf und kommt in Fahrt, er erklärt mir, dass mein Autoschlüssel typisch Deutsch sei, ein Schlüssel, im Schlüssel im Schlüssel und überhaupt, Sarko würde Drogen nehmen.
Steigt nach einem Interkontinentalflug aus der Maschine und stellt sich vor die Kameras, als ob das nichts wäre, während seine Gliedmaßen unkontrolliert herumfuchteln (siehe Stäuber) und dieses überlegene arrogante Kokserlächeln dazu.
Welcher normale Mensch kann schon nur mit 4 Stunden Schlaf auskommen.
Die Engländer im Kurs werfen Maggi Thatcher ein, dem Prof fällt noch Napoleon ein und da sind sie dann also die schlaflosen Illuminaten, 3 an der Zahl, eine Trinität, die den Kurs fest im Griff haben. Sarko, Maggi und Napoleon.

Außerdem kann Sarko nicht mal Französisch (was will man auch erwarten, von einem Ausländer in 2. Generation), er würde die Verneinung jedes mal versemmeln und das „ne“, welches man uns allen eingebläut hat, glatt vergessen.
Dies finde ich nun wieder typisch Französisch, da man das nur auf der Strasse sagt, nie aber im Fernsehen sagen würde: Sarko ein Sprachversager!
Was man mit Autoritäten macht, das können die Franzosen nur von den Deutschen oder noch besser von den Engländern in einer Neuauflage von „splitting image“ lernen (leider nur im Bezahlfernsehen auf Canal +).

Man muss neuerdings Angst haben, dass der kleine Kokser-König Sarko Köpfe rollen lässt4 , um seine Interessen durchzusetzen. Man stelle sich mal vor, Angela Merkel würde einen namhaften Chefredakteur feuern lassen, wegen eines Berichtes, an dem alles stimmt!
Sei alles schon vorgekommen in Frankreich, flüstert man mir zu und plötzlich gehen wir nahtlos zur nächsten Redewendung über, vielleicht wird mitgehört:
Se mettre sur son trente et un.5
Hört sich ein wenig so an, wie „auf den Hosenboden setzen“, das ist aber der Holzweg.
Aufbrezeln! würden wir sagen.
Da reicht bei uns ein Wort, wo der Franzose eine halbe Seite für braucht.

  1. Redewendungen []
  2. wörtlich: Haare in vier spalten []
  3. to split hairs []
  4. „Weitaus gravierender war der Eingriff in die Pressefreiheit, dem sich Lagardère im Sommer 2006 widerstandslos unterwarf. Paris Match berichtete damals in einer Titel-Geschichte über die Liebesaffäre von Sarkozys damaliger Frau Cécilia mit einem anderen Mann. Alles daran stimmte, das Gerücht kursierte sei längerem, Match brachte als erstes Medium das Foto des neuen Paars. Sarkozy veranlasste daraufhin die Entlassung des Chefredakteurs Alain Genestar. Wie dieser in einem im Sommer 2008 veröffentlichten Buch schreibt, telefonierte Sarkozy zunächst mit Herausgeber Lagardère und beschimpfte danach ihn am Telefon »ohne Punkt und Komma«. Am Ende des Anrufs habe er zitternd dagestanden, schreibt Genestar in dem Buch »Expulsion« (Rauswurf).“ zitiert aus dem Bericht der DGAP []
  5. wörtlich: sich auf den 32. bringen []

Zwei Jahre Frankreich # 39 Ausländer sein

Donnerstag, 09. Oktober 2008


Die Vereinsmeierei ist international. Auch bei Carentan im malerischen Marais1 :

30 km einfach muss ich fahren, um einem Verein beizutreten, der Sprachunterricht für Ausländer anbietet.
Er kümmert sich vorwiegend um Englischsprachige Menschen in La Manche, die die größte Gruppe von Ausländern, bilden. Die Engländer, Iren und eine Belgierin, die als Amerikanerin durchgehen will,2 versuchen neben mir, ihr Französisch aufzupolieren.

In der association „Les Anglophones du Marais“3 bin ich der Quoten-Deutsche. Im Departement „La Manche“ bin ich einer von ca. 300 Protestanten4 neben 485 000 Katholiken.
In Frankreich bin ich schlicht Ausländer und ja, ich gebe es zu, manchmal fühle ich mich ein wening verloren.
Ohne die Sprache richtig zu verstehen, lebt man unter einer Käseglocke.
Man wird seines Charakters, seines Humors und seiner Intelligenz beraubt.
Manche Sprach-Enklave zum Beispiel in Gorges (350 Seelen-Dorf in der Nähe von Carentan) existiert.
Zuhause und bei diesem ersten Treffen des Vereins spricht man vorwiegend Englisch, aber mit Integration hat das nichts zu tun.
Die Stimmung ist dennoch prächtig, zwei ältere Damen setzen durch, dass sie auch im vierten Jahr den Anfängerkurs besuchen dürfen – man muss ja nicht wollen.
Der Englische Humor liegt mir und die Menschen sind sympathisch.
Mit dem Sprachkurs hoffe ich die Käseglocke ein wenig weiter anzuheben. Ich werde auch im zweiten Jahr der Isolation nicht die geringste Chance geben.
Immerhin werde ich zur 4. Gruppe gerechnet „advanced“ und darf mit vier anderen Schülern ab nächsten Mittwoch zusammen büffeln.
Well, let´s see.

  1. Le Marais ist eine Landschaft bei Carentan, die die meiste Zeit des Jahres überschwemmt ist. Nur in den Sommermonaten wird sie als Weideland genutzt. []
  2. das würde ich auch wollen, wenn ich Belgier wäre! Bei den Belgiern ist ja sogar die Auslage des gewöhnlichen Bäckers pornographisch (siehe unten) und lässt die schlimmsten Traumata des Landes unbewältigt erscheinen:
    []
  3. Description:
    An Association formed to help and encourage English speaker learn French. We have 3 levels of classes: Beginners, Intermediate & Advanced. Lessons held on a weekly basis in Carentan (50) from end September 2006. []
  4. die auch in Carentan diese beschämende Baracke im Industriegebiet als Kirchenzentrum nutzen:
    []

Zwei Jahre Frankreich # 38 Der St. Martin von St. Martin

Sonntag, 05. Oktober 2008


So ein Tag des offenen Denkmals hat schon was für sich.

Der Journee du Patrimoine öffnet uns die Kirche gegenüber, die nur unregelmäßig für Gottesdienste geöffnet wird (vorwiegend am Donnerstag Vormittag) und nur einmal seit August 2007 musste die Glocke eine Beerdigung begleiten.

In der Kirche entdecken wir gregorianische Noten, die dem Zerfall Anheim fallen und wünschen uns einen Gönner, der die kleine Kirche vor dem totalen Zerfall bewahrt.
An Regentagen kommt es vor, dass das Wasser über den herrlichen Kirchenboden rauscht.

Und da hängt er dann auch, der St. Martin aus St. Martin:

Auf der Suche nach dem passenden Sponsor finde ich einen Schweizer, den es nach Frankreich gezogen hat. Er beschreibt seine Erfahrungen mit dem Patrimoine hier.

Zwei Jahre Frankreich # 37 Flohmarkt auf dem Lande

Mittwoch, 01. Oktober 2008


Unser Verein „St. Martin en fête“ hat den ersten Flohmarkt seit Menschengedenken in diesem kleinen Nest organisiert.

„Vide-greniers champêtre“ bedeutet, dass man auf einer Wiese, auf der sonst die Kühe weiden, zwischen drei Tage alten Kuhfladen sein Gerümpel losschlagen kann.

Wer denkt, die Franzosen hätten weniger Bürokratie und schon gar nicht bei einem Flohmarkt, der irrt. Versicherung, Ausschankgenehmigen, offizielle Einreichung des Termins, die ganze Palette von Regularien.
Für mich am bizarrsten, die Trödel-Mafia hat durchgesetzt1, dass jeder Bürger nur zweimal im Jahr seinen Plunder verkaufen kann. Dies wird mit einer aufwendigen Ermittlung der Verkäuferdaten überprüft und jeder der auch nur eine Decke hinlegt, muss sich ausweisen.
Geklaute Fahrräder werden also kaum auf französischen Flohmärkten losgeschlagen.

Leichtsinniger Weise habe ich mich dazu breit erklärt 100 kg Kartoffeln zu Pommes zu verarbeiten.
Zusammen mit der Frau des Bürgermeisters und René einem ehemaligen professionellen Fritierer ging es dann den Kartoffelbergen an den Kragen. Was soll ich sagen, fast alles verkauft, aber eine leichte Frittenphobie bleibt. Vorerst mache ich um die knusprigen Dinger einen weiten Bogen.

Glückspilz des Tages ist ein Bäcker, der obwohl nur vorbeigekommen, um eine Wurst zu essen, zwei Lose zu je 1,50 erstanden hat und sowohl den Hauptpreis als einen weiteren Preis der Tombola einstreichen konnte.

Viel Spaß beim Rundflug!

  1. nach Aussage unseres Vereinspräsidenten []

Zwei Jahre Frankreich # 36 Klassengemeinschaft

Dienstag, 30. September 2008


La rentrée # 21 : mit Vollgas ins neue Schuljahr2.

3
Zu unser aller Überraschung werden die Klassen von Jahr zu Jahr neu durchgemischt.
Klassengemeinschaft, die über Jahre hinweg wächst, scheint dem französischen Schüler fremd.
„Wie soll er da Freunde für´s Leben finden?“, fragt sich mancher Deutsche, der allein schon 4 oder gar 6 Jahre in der Grundschule (je nach Bundesland) mit den gleichen Pappnasen die Lehrer geärgert hat.
Hier (JB Life) berichtet zum Beispiel Jean B. (ein 15 jähriger Schüler aus Paris), dass er mit vielen neuen Gesichtern klar kommen muss.
An mancher deutschen Schule gilt das Fortführen der Klassengemeinschaft als Grundgesetz und kann praktisch nicht geändert werden.
Ganze zwei bekannte Gesichter aus ihren alten Klassen finden unsere Kinder in ihren neuen Klassen wieder.

Naja so lernt man über die Jahre hinweg wenigstens seinen ganzen Jahrgang kennen und schlechte Klassengemeinschaften lösen sich nach einem Jahr in Wohlgefallen auf.

Zu Schuljahresbeginn wird übrigens gefragt, ob die Eltern damit einverstanden sind, ob Fotos mit ihren Kindern im Internet oder in Zeitungen erscheinen dürfen.
Das halte ich für eine Maßnahme, die man sich abschauen könnte.

Auch meine Wenigkeit wird demnächst wieder die Schulbank drücken. In Carentan im einzigen „Französisch für Ausländer“ Kurs in ganz la Manche, werde ich dann mein Französisch verfeinern.

  1. so nennt der Franzosen den jährlichen Neubeginn nach dem Sommerschlaf []
  2. oh Gott, es sind schon wieder drei Wochen um []
  3. wieso fummelt eigentlich der Mann auf dem Verkehrsschild an dem Mädchen rum? []