Archiv für die Kategorie ‘Kulinarisches/Weine’

Die Amis und der Hummer – Steak Lobster

Freitag, 20. März 2009

steak-lobster
Sie wissen wie es weitergeht?
Ja, jetzt nimmt der Dicke die Ketchup-Flasche und ertränkt das Gegrillte. Schlingen, mit Bier nachspülen und sich den Hummerschwanz aus den Zähnen pulen…
Danke, nein Danke.
Das Grillen haben sie mitgenommen nach Amiland, aber den Geschmack(ssinn) haben sie in Europa vergessen.

Noch ein Hummer auf freiem Fuss

Mittwoch, 25. Februar 2009

George ist ein weiterer 140 Jahre alter Hummer, der aus seinem Becken in Manhattan – im City Crab and Seafood – schon im Januar 2009 befreit wurde.
hummer_george_140jahre_9kg_frei
Die Befreiung eines weiteren Hummers mit Namen Craig (story siehe hier) aus dem Halu Japanese Restaurant & Grill in Brooklyn war inspiriert durch die Freilassung von George.
Inspiriert ist vielleicht das falsche Wort, es gibt Gesetze in NY, die es verbieten Hummer über einer gewissen Größe überhaupt zu halten.
PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), eine Tierschutzorganisation, hatte sich für die Freilassung beider Lobster eingesetzt und konnte auch das Japanische Restaurant HALU überzeugen, dem alten Knaben ein neues Leben zu schenken.
Beide Restaurants sind mir vollkommen unbekannt, aber abgesehen davon, dass man Hummer nicht aus einem Restaurantbecken kauft/verspeist, sind die angebotenen Hummergerichte im City Crab and Seafood meist eine Verschandelung. Hummer mit Macaroni oder Lobster Thermidor oder Lobster Newburg überlagern den Hummergeschmack und bringen seine Einzigartigkeit nicht zur Geltung. Diese Kombination von Hummer und Käse oder Majosaucen ist ein Graus. Immerhin gibt es nicht das amerikanischste aller Lobster-Gerichte: Steak Lobster1!

  1. dazu später, das verkrafte ich heute Abend nicht mehr []

# 59 Kulinarischer Fächer: vom Saumagen zur Jakobsmuschel

Dienstag, 27. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Es war ein weiter Weg vom pfälzischen Saumagen, als dessen Botschafter wir uns ausgeben wollten, ohne das Rezept genau zu kennen…
(hier eine Trophäe bei meinem Lieblingsmetzger)
saumagen
… bis hin zum Öffnen und Vorbereiten von Jakobsmuscheln:
Video: Wie trenne ich eine Jakobsmuschel von der Muschelschale
Aber die Gratwanderung funktioniert.
Ehrlicherweise, mit manchen Einschränkungen: was schleimt oder hüpft kommt nicht in den Topf und auch für die Kuddelwurst kann ich mich beim besten Willen nicht ereifern.
Auch die Franzosen haben mit manchem Deutschen Rezept so ihre Probleme. Das fängt schon bei unserem genialen Brot an, das man hier nicht findet – nirgendwo. Es will ja auch keiner.
Es bleibt also bei einem (oberflächlichen) Geschmacksaustausch, der Rest ist wahrscheinlich genetisch geprägt und unabänderlich in den Rezeptoren eingespeichert.

# 56 Grand Cru Classé Club

Dienstag, 20. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Neulich im Supermarkt, schleiche ich wieder an diesem Schaufensterchen (s.u.) vorbei. Und? Nix da Krise. Die Preise steigen!
Die Reichen werden scheinbar – volksmusikalisch betrachtet – immer reicher. Russen kaufen kistenweise Champagner hier in Frankreich: den Roten für 200.-Euro die Flasche!
Man muss einfach Optimist bleiben, deshalb werde ich nach meiner Rückkehr diesen Club ins Leben rufen:
grancruclasseclub1
Nur drei Mitglieder sind zugelassen. Ein Treffen und ein Fläschchen pro Woche.
Viel später, wenn ich mal groß bin, dann wird es nicht mehr um 20 Euro pro Flasche gehen, sondern dann lasse ich mir das Schränkchen (eigentlich ein eigener Keller im SuperU) aufschließen und werde mir diese Flaschen mal genauer anschauen:
chateau_au_latour

chateau latour 1918

chateau latour 1918 schlappe 3 Riesen


Ob sie wirklich so gut schmecken, wie sie teuer sind? Jetzt muss man an der Kasse nur noch ganz stark sein.

# 45 die Verfeinerung der Geschmacksnerven und das Archaische liegen eng beieinander

Freitag, 02. Januar 2009


Eigentlich wollte ich Herrn Wolfram Siebeck ordentlich in die Pfanne hauen, da er ganze Landstriche im ZEITmagazin der Kulinarischen Barbarei bezichtigt hat – die armen Ossiländer. Wer sich aber so beschissen anziehen kann (ZEITmagazin Nr. 1 vom 23.12.2008, S. 46) und dann noch vorgibt einen ausgesuchten Geschmackssinn zu haben, der disqualifiziert sich einfach selbst. Der Mann strotzt vor Überheblichkeit, wenn er dem Heer der Ost-Köche rät „aus diesen verpönten Innereien“ (vollständiger Artikel) einen verfeinerten Leckerbissen zu machen.
Was nun aber gesagt werden muss: der Geschmack soll sich Verfeinern dürfen und dazu braucht man entweder Kultur oder das Experiment.
Ob man nun herausschmeckt, ob die Nutella aus Deutschland oder aus Frankreich kommt, halte ich für einen Versuch in die richtige Richtung, auch wenn Kenner das sofort mit „na klar schmeckt man´s“ beantworten:

Die Geschmacksaufgaben müssen zunehmend schwieriger werden, sonst landet man irgendwann bei drei Gerichten, die man zwanghaft abzuwechseln versucht. Nutella mit Brot, Nutella mit Kartoffeln, Nutella mit Nudeln.
Das fällt unter deutsche Geschmacksverfeinerung, während der Franzose schon beim Anblick erkennt, ob die Foie Gras selbstgemacht oder gekauft ist – übertrieben gesprochen.
Foie Gras hätte ich früher nie gegessen, schleichend kann ich mir aber vorstellen, dass man diesen Geschmack zum Kulturgut erklärt (wie bei den Franzosen geschehen). Ein schwerer Gewissenskonflikt: Kultur oder Kreatur? Dass sich die Franzosen auf die Seite der fragwürdigen „Genuss-Kultur“ stellen ist bezeichnend.
Es muss an dieser Stelle gesagt werden, dass es nicht zu rechtfertigen ist, dass Tiere gequält werden, warum auch immer. Das scheint in der französischen Gesellschaft nicht angekommen zu sein, da an Weihnachten auf jeder Festtafel die Foie Gras zu finden ist.
Videos wie diese zeugen von Grausamkeiten, die einem den Appetit vergehen lassen.
Wer sich also dagegen aussprechen will, kann das hier tun: Manifest zur Abschaffung der Stopfleber.
Andererseits im Agrarstaat Frankreich (50% aller Bürgermeister sind Bauern) lebt man mit einem Fuß im Feld. Man kennt, liebt und tötet die Kreatur. Unsere Nachbarn schlachten Hühner, Hasen, Schafe, Ziegen, Schweine zum Teil noch selbst. Davor habe ich zum einen Respekt, zum anderen schüttelt es mich, weil ich die Grausamkeit, die mit der Schlachtung einher geht, nicht wahrhaben will. Wenn wir sie selbst schlachten müssten, die Tiere, dann gäbe es sicher bald ein paar Vegetarier mehr unter uns. Die Bauersfrau fragt mich, wieso ich nur die Schenkel oder die Brust vom Huhn will? Was soll man den mit dem Rest von diesem „kaputten“ Huhn machen. Chicken MC Nuggets?
Ich habe mich also daran gewöhnt, dem Suppenhuhn den Kopf selbst abzuschneiden und die Innereien vor dem Kochen aus dem Hühnchenkörper zu nehmen.
Es gibt auch einen Bauern in St. Martin le Hébert, der Gänse und Enten hier in der Nähe hält. Auch er macht die Foie Gras. Jeden Tag fahre ich an seinen im freien gehaltenen Tieren vorbei und kann mir nicht vorstellen, dass er so barbarische Mittel wie im Video oben anwendet. Er hat mir auch schon den Raum gezeigt, in dem die Tiere geschlachtet werden und selbst diese Schlachtküche hat mich noch nicht abgeschreckt. Wenn ich einen mutigen Tag habe, dann frage ich ihn danach, wie das mit der Mast bei ihm funktioniert. Das Archaische und die Verfeinerung der Geschmacksnerven liegen scheinbar ganz eng beieinander hier in Frankreich.

Filterkaffee war gestern

Sonntag, 30. März 2008

Jura Impressa E 50
Wenn man Freunde in der italienischen schweiz_logo.jpg hat, kennen diese vielleicht einen Kaffeeautomatdealer und können prompt mit einer generalüberholten Jura ankommen, die so geilen Kaffee macht, dass man alles andere gerne sofort vergisst, mit dem man jemals Kaffee gemacht hat.
Für alle ohne Freunde in der italienischen Schweiz hier der „Link“ zur Gebrauchten:

Jura Concessionaria
Sagl Rappresentanza ufficiale
per riparazioni e vendita macchine da caffè
in Piazza 3
6528 Camorino
Telefono
0041(0)91 825 56 20
Fax
0041(0)91 825 54 55

Wer in Holland Hunger hat sollte sich lieber keine deftige Mahlzeit bestellen

Dienstag, 22. Januar 2008

denn deftig heisst hierzulande vornehm. Da bleibt mir doch beinah die Spucke fuer eine weitere philosophische Betrachtung der Mentalitaetsunterschiede zwischen Niederlaendern und Deutschen weg.
Da bin ich mir einfach zu deftig fuer, um so etwas vanzelfsprekendes noch zu kommentieren!
Slaapt lekker, ich hoffe nach einem nicht zu deftigen Abendessen…
Eure Oranje

Esskultur? Wenn sogar die Linda aussortiert wird, ist es mit der Kultur vorbei

Mittwoch, 27. Juni 2007

Kartoffeln
Die Linda, eine beliebte Kartoffelsorte soll vom Markt verschwinden. Wer selbst keimt, darf nicht mehr sein!
Die Linda könnte ja zur Konkurrenz für die andere Kartoffel im Angebot des Zulassungsinhabers werden, die nur eine Saison taugt (aber man kann sie jedes Jahr von neuem verkaufen = Schotter). Also weg mit der Linda.
Nicht mit uns, hier das pdf (532 kb) zum Download für die ganz persönliche Unterschriftensammlung – deine Rettungsaktion für die leckere Kartoffel.
Link zum Thema: Rettet die Linda

Oranje Poppins zu „eten en drinken“

Mittwoch, 20. Juni 2007

oranje poppins klein
Das leibliche Wohl
Zur Vergrößerung des Lesespaßes und Erleichterung des Verständnisses heute vorab ein paar Ausspracheregeln:
ij = ei ,z.B.: pijn gesprochen pein (Schmerz)
ui = au ,z.B.: huis gesprochen haus
oe – u z.B.: moeder gesprochen muder (Mutter)
u = ü z.B.: huren gesprochen hüren (mieten-AHA!)
Derart ausgerüstet können wir uns heute dem lekkeren Thema: eten en drinken widmen, denn auch dabei kann man in den Niederlanden viel Spaß haben.
Ossenhaas bsp.weise gibts hier nicht nur zu Ostern, da kommt nämlich der pashaas, während der ossenhaas als Rinderfilet ganzjährig mundet. Wem das jedoch zu teuer ist, der kann sich die preiswerteren runderlappen schmecken lassen und braucht keine Angst haben, daß ihm runde Putztücher serviert werden (Lappen=Stücke).
Das Ganze spielt man gerne mit einem verfrissenden drank runter und gilt dabei nicht mal als verfressen.
Eine nationale Spezialität ist der stampot, bei dem, wie man dem Klang nach schon vermutet, tatsächlich aardappelen und andere groenten in einem Pott gekocht und dann gestampft werden. Dazu schmeckt rookworst, auch wenn man Hosen trägt und nicht auf Rock´n Roll steht. Aber aufgepaßt: ab 2008 ist auch in Holland das roken in Gaststätten verboten. Darauf weisen heute schon Schilder mit der Aufschrift „Roken verboden“ hin, was dafür sorgt, daß derart beschilderte Restaurants bevorzugt von Nichttänzern besucht werden.
Mit Kippen wird man jedoch auch in Zukunft beim Restaurantbesuch konfrontiert werden, gehören diese hierzulande doch nicht zu den rookwaren, sondern zum gevogelten. Ein weiteres Nationalgericht, Kipsate, wird also nicht aus Zigaretten, sondern Huhn hergestellt. Gekocht werden die Zutaten bereits im Supermarkt, auch wenn es sich nicht um kant en klare (Fertig-)produkten handelt, sondern einfach weil gekocht gekauft bedeutet. Man kann daher auch verkochte Speisen mit Genuß verzehren.
Wer es mit breien hat, steht hier übrigens nicht auf Babykost, sondern strickt gerne.
Mit dieser kleinen Auswahl aus der holländischen Speisekarte (Fortsetzung folgt) wünsche ich für heute guten Appetit oder auf gut niederländisch „eet smakelig“ Oranje=Sinaasappel Poppins

1 Jahr Frankreich: # 1 Friedenau vs Frankreich – ein Match – über ein Jahr!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Liebe Fans, Francophile und Feinschmecker,
Kurze Vorrede, langer Sinn: der Filmmogul wird mit seiner Familie ein Jahr lang in Frankreich residieren und sorgt damit für das Großereignis 2007/2008 schlechthin.
Wohin genau es ihn und seine Lieben verschlägt, ist noch ungewiß. Ein baldiger Besuch in Evian soll Klarheit bringen.
Friedenau vs Frankreich hört sich ein wenig nach Briefschach an, aber nur zähe Stoiker können dieses Spiel gewinnen, das da heißt: „lost in France“.
Allein unter Froschschenkelspachtlern sieht sich der Filmmogul als Botschafter der Currywurst und als gebürtiger Pfälzer sogar als Überbringer des „Saumagens“ (- vergesst diesen Link, meine Oma macht einen Saumagen, dessen Originalrezept der Welt noch übermittelt werden muss – keiner ist besser – nicht gekocht, sondern knusprig gebacken).
Wir werden diese hochnäsigen, kulturbeflissenen, konservativen Hummerschwänzchen-Lutscher schon ein wenig aufmischen!
Franzosen_am_Strand
Uups! Oder sind sie uns vielleicht gar nicht so unähnlich?
Gefräßig und minderbemittelt? Wir werden ein paar Vorurteile klären müssen.
Es erwarten uns sportliche, sprachliche und subkulturelle Überraschungen, von den kulinarischen ganz zu schweigen.
Wenn sich allerdings der Tross einer 5-köpfigen Familie in Bewegung setzen soll, braucht es Feuer unterm Hintern und bisher ist da eher ein mattes Gezünsele zu spüren, obwohl der Countdown läuft: nur noch 2 Monate. Die Lage ist ruhig, zu ruhig wie ich mutmaße.
Dieses kommende Jahr, die Vorarbeit, der Aufenthalt und eventuelle Nachwehen sollen in diesem Blog (und gerne auch per Email, wer´s mag), dokumentiert und verbreitet werden. Kolumnenartig, Humorvoll, Bebildert, Filmisch, Interaktiv. So wie ihr es vom Filmmogul gewohnt seid.

„Lachgesicht“ ID Pool # 92

Sonntag, 02. April 2006

Nein, es war nicht Forrest Gump, der den Smile erfunden hat, es war ein schusseliger Koch, der den Sahnebecher hat fallen lassen:
Eine Suppe ist nicht gleich eine Suppe. Wenn man nur einen Klecks Sahne zum Mund und zu Augen modelliert, da möchte man doch sofort loslöffeln. Die Haare sind in diesem Fall kleine Speckwürfelchen. Wohl bekomms! Es ist zwar nicht mehr Winter, aber eine „Suppe wärmt das Herz“.

Siehe auch „Spiel mit dem Essen!“ ID Poo # 21

Nachtrag 1 zu „Die Liebe zum Rotwein“: ID Pool # 28

Freitag, 24. Februar 2006


Ein Sammler von Weinetiketten ist an mich herangetreten, der den Eintrag # 28 gelesen hat. Er hat mich mit einer Flut von schönen Weinetiketten beglückt, die er mir freundlicherweise per Mail geschickt hat.
Unsere Etiketten heute nehmen sich so lausig dagegen aus, dass man für nackte Flaschen plädieren müßte. In jedem Fall vielen Dank!
Da wäre mal wieder der Grundstock für eine weitere Sammlung (zumindest digitaler Art) gelegt.

„Die Liebe zum Rotwein“: ID Pool # 28

Samstag, 28. Januar 2006


Vielleicht liegt es an der Nähe zu Frankreich, aber ich habe das Gefühl, dass die Geschmacksnerven hier (im Saarland) sensibilisiert sind. Beim Abendessen, lasse ich mir dann ein Tröpfchen reichen, dessen Name mich eigentlich hätte warnen müssen. „Schatto Migräne?“ nie gehört sagt der Verstand, unbedingt probieren, sagt die Leidenschaft.

Mit dem Entenzureiter (siehe hier) habe ich eine Methode ausgedacht, um die Improvisationsqualität eines Schauspielers zu testen:
Die teuerste Falsche wird serviert, entkorkt und eingeschenkt, soweit Business as usual.
Nach dem ersten Schluck verzieht der Schauspieler das Gesicht zu einer Grimasse, er scheint Tantalusqualen zu leiden, beginnt zu prusten, zu gurgeln und abwechselnd auf den Tisch zu hauen. Nach etwa einer Minute, die dem Kellner die Schweißperlen ins Gesicht treiben muß, sagt er schließlich: „Ja, den nehmen wir!“

Übrigens gibt es einen Weinführer, der Weine mal zur Abwechslung nicht mit blumigen Kommentaren und Fachchinesisch beurteilt, sondern mit Schauspielern vergleicht. Das kann man auch auf Filme und Fernsehserien ausdehenen. Der Wein oben hat nach „Lindenstrasse“ geschmeckt – endlos langweilig. Falls mal jemand einen Wein wie „Sex and the City“ oder „Fight Club“ in die Finger bekommt, bitte sofort melden.
Ich sammle Weinetiketten und kündige schon mal unvorsichtiger Weise an, das ein oder andere Etikett abzulösen und für die Öffentlichkeit aufzubereiten, viel schöner ist das allerdings, wenn man Verbündete hat, die gleiches tun und man so an andere erlesene Geschmackserlebnisse kommt…. Weinkeller durchforsten!

„Das ewige Süppchen“ ID Pool # 25

Mittwoch, 25. Januar 2006


Wenn man wie ich heute zum Max-Ophuels-Preis nach Saarbrücken anreist, dann darf man nicht die Gelegenheit verstreichen lassen, das kulinarische Happenig in der Mozartstrasse zu erleben. Was das ist? Aus einer Mail des Koches:

„Tja, lieber U.,

bei diesem Süppchen handelt es sich um eine außerhalb des Saarlandes weitgehend unbekannte Spezialität:
Das sog. „Ewige Süppchen“! Seinen Ursprung hat es in den Anfängen der Industrialisation. Die Hochzeit des Saarlandes lag ja in der großen Zeit von Kohle undStahl und was tut es da Wunder, wenn auch die Regionalküche Anleihen im Arbeitsleben macht.

So gab es in der Eisenkocherei lange Zeit nur eine einzige wirklich wichtige Regel an die sich alle halten mussten: Der Eisenofen muss immer kochen!

Wenn das Feuer im Hochofen ausgeht, dann ist Schicht im Schacht, dann hängt da ein Klotz aus felsenfestem Eisen drin, den man nie wieder raus kriegt! Deshalb galt: Egal was passiert: Das Feuer! Nie darf es erlöschen!

Und so wird tagein tagaus unten frisches Eisen entnommen während man oben neues Erz hineintut.

Und genau so geht das mit dem „Ewigen Süppchen“: Man tut immer frisches Gemüse hinzu sobald das Töpfchen leer zu werden droht. Somit ist immer gewährleistet, dass ein bedürftiger Eisenarbeiter stets eine gute Suppe erhalten kann. Und obwohl durch den Rotationsprozeß im Suppentopf immer frische Zutaten die älteren ersetzen, kann man doch mit Fug und Recht behaupten, dass zu einem klitzeklitze kleinen Anteil noch ein paar ganz alte Uratome des ersten urzeitlichen Gründungssüppchen enthalten sind!

Im Jahr 1685 erteilte Ludwig der Vierzehnte dem Marquis Charles Henri de Lénoncourt die Genehmigung eine Eisenhütte mit Suppenküche vor den Toren der Stadt Saarlouis zu errichten und bereits Johann Wolfgang von Goethe, der das Saarland als Student bereiste, beschreibt in „Dichtung und Wahrheit“ die malerische Lage des Landes, das Süppchen und die Eisenverhüttung!

In der Hoffnung umfassend informiert zu haben, 😉
Grüße,
bis bald,
Der Scharfschütz“

Wenn ich es überlebe, dann berichte ich von der Qualität des Süppchens und hoffentlich auch von einigen Filmen…

„Spiel mit dem Essen!“: ID Pool # 21

Samstag, 21. Januar 2006


Mit meinem Sohn zusammen arbeite ich seit einem Jahr in unregelmäßigen Abständen an einem Kochbuch (Arbeitstitel: Spiel mit dem Essen!), das Kinder zum selberkochen animieren soll. Wenn sie einen besseren Titel ausgehecken könnten?
Leider ist der Titel mißverständlich. Er soll die Kinder nicht animieren, das Essen an die Wand zu werfen, sondern mit ihm spielerisch umzugehen.
Wir suchen Gerichte, die sinnlich sind, die mit der Hand gegessen werden können (es muß nicht immer Pommes sein), zum Beispiel Taccos, Tapas oder aber auch Fingerfood (Artischocken mit Senfdip) in allen Variationen…
Wir sind für Anregungen zu diesem Thema immer offen.
Natürlich muß auch das Auge mitessen! So wie oben (selbstgepresster O-Saft mit „normaler“ Orange und darüber der Saft einer Blutorange)
Plündern sie ihre von Oma geerbten Kladden und Kochbücher!
Her mit den Rezepten!

„Du bist verfressen!“: ID Pool # 20

Freitag, 20. Januar 2006


Aus einem Albtraum: ich träumte von einer Pferdemetzgerei. Der Schlächter mit Namen „Schach Matt“ hatte mich mit stundenlangen Werbetexten eingelullt und drohte mir mit dem Messer, wenn ich nicht damit einverstanden wäre, mein Gesicht für so eine Plakatwand („Du bist Deutschland“) zur Verfügung zu stellen. Natürlich haben die Werbefuzzis das schrecklichste aller Fotos von mir ausgesucht, ich schiebe mir gerade einen dreifachen Wini rein.
„Du bist verfressen!“, wäre auch eine schöne Unterschrift. Ich erinnere mich an die Email, die mir zugespielte wurde:

„Meine Mutter hat mir beigebracht, dass man sich für ein Geschenk bedankt, selbst wenn man damit nichts anfangen kann. Wie Recht sie hatte, ist mir gerade wieder klar geworden.

Vor zwei Wochen startete ‚Du bist Deutschland‘, die größte gemeinnützige Kampagne aller Zeiten und ein riesiges Geschenk. Die großen Verlage haben Zeit und Raum im Wert von 35 Millionen Euro geschenkt. 30 Promis der ersten Liga haben Zeit und ihr Gesicht geschenkt. Wir und Kempertrautmann haben Zeit und Herzblut geschenkt.

Das Ziel: Die Miesepetrigkeit bekämpfen.
Der Dank: Miesepetrigkeit. Glücklicherweise nur von den Gruppen, von denen man nichts besseres erwarten konnte:

1. Von den Werbekollegen, die sich in den Branchenblättern eifrig zu Wort meldeten. Viele von ihnen finden die Kampagne nutzlos, ‚weil Werbung doch nicht das gegeignete Mittel sein kann, eine Nation wirtschaftlich wieder nach vorn zu bringen‘. Nicht gut, wenn unsere Branche selber nicht mehr an die Kraft von Kommunikation glaubt.
2. Von den Weblogs, den Klowänden des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab. Dieser neue Tiefststand der Meinungsbildung wird deutlich, wenn man unter www.technorati.com eingibt: Du bist Deutschland.)
3. Von den intellektuellen Journalisten von FAZ bis TAZ, die ihre Meinung zwar insofern gefragt absondern als sie eine nachweisbare Leserschaft haben, aber: ‚Den Höhepunkt an Zynismus gewinnt die Kampagne aber in dem Fernsehspot, der Schwule und Behinderte auf dem Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals versammelt‘ (Die Zeit).

Blöd, wenn man soviel Kopf hat, dass einem jedes Bauchgefühl verloren gegangen ist.
Übrigens: Sebastian Turner findet die Kampagne einfach nur falsch.
Falsch, was ist das? Auch nach dem 50. Mal gucken, bin ich von dem TV-Spot immer noch berührt bis ergriffen – obwohl ich nicht einmal Deutschland bin.

Kann das falsch sein?
Euer Jean-Remy“

Ich schreibe meine Antwort, die ganzseitig in allen überregionalen Zeitungen erscheint.
Offener Brief an den Geschäftsführer einer noch nicht ganz unbedeutenden Deutschen Werbeagentur:

„Lieber Jean-Remy von Matt,
direkt von meiner „Klowand“ ein Artikel nur für dich: „Auf der Toilette habe ich immer die besten Ideen. Ich habe mir zwar vorgenommen, dies nicht mehr zu erzählen, weil es mir ein Lebensmittelkunde nie verzieh, als ich öffentlich sagte, die Idee für seine Werbung hatte ich auf dem WC.“ (Quelle persoenlich.com) Aha, du kennst dich also mit Klowänden aus, pinselst wahrscheinlich selbst von ihnen ab und tust hinterher so, als wäre es deine Idee gewesen. Deine Durchhalteparole an die eigenen Reihen (nimm das Geld und finde alles toll) sind rührend. Aber mit fetten Etats lassen sich fettere Feten feiern, auch wenn diese meist schamlos von dir ausgenutzt werden: „Natürlich war das Fest ein rauschender Erfolg. Und natürlich ließ es sich Jean-Remy von Matt nicht nehmen, statt einer Rede wie immer Vom Himmel hoch … auf der Blockflöte zu spielen. Was langjährige Ohrenzeugen des Rituals zu dem Urteil kommen ließ, dass der Chef leider mit den Jahren nicht besser werde.“ (Quelle: Die Zeit online) Nimm die Kohle, kauf dir einen zweiten Hubschrauber und stürz irgendwo ab! „Ich werde auf eure Gräber spucken“!
Noch schöner fände ich: Alle von Jung von Matt beworbenen Produkte sofort zu meiden.
Am 26.4.05 wurde die Marke von 50.000 Weblogs überschritten (Quelle: ringfahndung.de), mittlerweile sind es Millionen (!) – genug Kunden also um Druck auszuüben – schlimmer, schreibende Konsumenten sind die Angst eines jeden deiner Kunden.
Wir – die Underdogs aus Friedenau – werden deine Fraktion von Fußballern aus Berlin in der Medienliga wieder wegputzen (ich habe für das Spiel die Parole ausgegeben: „Sieg oder Spielabbruch“), denn ich lasse mich nicht von einem dahergelaufenen Schweizer, (oder Belgiern: Quelle: focus online ) als Klowandbeschmierer beschimpfen.
Lauf dich schon mal warm!
Übrigens werden in absehbarer Zeit die Blogs als Werbetool, da bin ich mir sicher, auch von JvM benutzt werden…

Unsere Leserschaft wächst.“
Dann bin ich aufgewacht und habe mich über meine Radikalität gewundert. Verdient es diese Kampagne („DBD“ oder besser DBDDHKP) und der selbst-gefällige Werbeboss überhaupt ernst genommen zu werden, habe ich mich hinreißen lassen?

Hähnchen kann jeder… : ID Pool # 12

Donnerstag, 12. Januar 2006


Ich habe eine Marktlücke gefunden: Straußendöner!
Mein zweiter Nebenjob-Versuch (nach Tätowieren)!
Wer hat je von Gammelfleisch vom Strauß gehört, das gibt es praktisch nicht.
Außer vielleicht das Zeug findet keinen reißenden Absatz und ich muß es täglich neu eingefrieren.
Stolz mache ich mich an die Recherche um ein paar Tonnen Strauß zu bestellen und bin mir total sicher, dass ich das Googlemonopol auf Straußendöner habe. Aber was muß ich da lesen?
Ein Friedenauer Kiezgeschäft (ja, ein Friedenauer Kiezgeschäft) hatte schon 2001 diese Idee!
Ich bin traurig, das ich mal wieder fünf Jahre hinterher hinke und glücklich, dass es ausgerechnet Friedenauer Geschäftsleute waren, die Erfindergeist an den Tag legten)
Gut, dann muß man in die Offensive gehen:
Im Jahr des Hundes könnte Hundedöner (105 Google Funde) ein Exportschlager werden:
Vielleicht sollte ich in Shanghai einen aufmachen? Oder wie wäre es mit einem bretonischen Fischdöner (394 Google Funde) ? Dann doch besser einen vegetarischen Döner Tofudöner (8 Google Funde)? Gut, dann vielleicht einen XYZ-döner? Hilfe?

Und bevor ich ins Bett gehe dann doch noch ein Google-Monopol:
„FC Gammelfleisch Neukölln“ (diesen Namen lasse ich mir sofort für eine noch zu gründenden Verein schützen – aber welcher Verein, braucht so einen Namen?).