Archiv für die Kategorie ‘literarisch wertvoll’

Der Tod in Friedenau oder die Leidenschaft des Dr. Fontanelli

Samstag, 28. August 2010

Die Engel über den Türen und Toren der Aue sollen dem Ahnungslosen bedeuten – wir schützen dich, tritt ein.
Umso bestürzender der Fall eines Dachbodenfundes im Jahr 1946 in der Nähe des Perelsplatzes.

(Quelle: Wikipedia)
Ein praktizierender Hausarzt hatte sich im gutbürgerlichen Viertel, Macht über seine Patienten verschafft, sich Vollmachten ausstellen lassen, um deren Gehirne posthum plastinieren zu lassen. Bei seinem Namen konnte es sich nur um einen „Künstlernamen“ handeln. Der Mann war als Dr. Fontanelli bei der Ärztekammer registriert. Aber wie es Frauenärzte gibt, die Dr. Fummel heißen und Rektoskopisten die Frau Dr. Loch heißen, war es niemandem aufgefallen, dass Fontanelli eine Vorliebe für Fontanellen und alles was darunter liegt, hatte – nomen est omen.
Fasziniert vom menschlichen Gehirn und dessen Studium sammelte er 641 in Scheiben geschnittene Hirne. Die alte Frage aufwerfend, wo die Seele des Menschen sitze, antwortete er stets: „Im Gehirn, wo sonst!“ Diesen Ausruf gab ein alter Weggefährte zu Protokoll, den er regelmäßig im Grand Cru Club traf, einem Männer vorbehaltenen Weinkennertreffen.
Der Seelensammler wurde von der Neugier einer Putzfrau überführt, die den Dachboden, der auch den Krieg unbeschadet überstanden hatte, aufschloss und den grausigen Fund machte. Fontanelli, der eigentlich aus Uruguay stammte, flüchtete zunächst in seine Heimat um dem Rechtfertigungsdruck zu entgehen.
Aus dieser Zeit in Südamerika ist auch ein Briefwechsel erhalten, der zum einen den Namenswechsel Fontanellis belegt – er nennt sich nun Hermann Peter und zum andern belegen sie eine heftige Affäre in den frühen 60ern.

Aus dem Zusammentreffen zweier Welten – der Gelehrte und eine als „elfengleiche Indianerin“ beschriebene Eingeborene, ging ein Sohn hervor.
Fontanelli lies Frau und Kind 1963 in Uruguay zurück und ging mit einer kurzen Zwischenstation in Brüssel nach Frankreich. In dem kleinen Städtchen Lucy-le-Bocage eröffnete er eine Praxis – mit großem Erfolg. Sogar ein Autobahnrastplatz ist nach ihm benannt worden, er war ein angesehener Mann mit weitreichenden Kontakten.

Von seiner Lust am Forschungsobjekt Gehirn konnte er allerdings nicht lassen, wie nun ein Fund in England belegt. Die dort aufgetauchte Gehirnplatten-Sammlung ist noch umfangreicher als jene in Berlin, die damals der Charité übergeben wurde. Das Museum, dem man die Gehirne angeboten hatte, hatte vor dem Zuschlag Erkundigungen eingeholt und war über den Namen Dr. Fontanelli auf die Sammlung der Charité gestoßen. Die Sammlung Fontanelli bleibt die umfangreichste Sammlung menschlicher Gehirne weltweit. Auch wenn sich Frösteln und Gänsehaut beim Anblick einstellen, eine gewisse Faszination geht dennoch von ihr aus.

Wenn man die Engel in Friedenau sieht, dann sollte man daran denken, dass sie immer auch Wesen aus der Zwischenwelt sind, die ins Jenseits weisen. Wie wir dort hinkommen, das sollten wir nicht dem Arzt unseres Vertrauens überlassen oder in manchen hoffnungslosen Fällen vielleicht doch.
Dr. Fontanelli soll mit Schmerzmitteln, Potenz steigernden Substanzen und Stimmungsaufhellern immerhin nie gegeizt haben.1

  1. Alles Gute lieber Jan. []

Hummer vor Helgoland

Freitag, 06. März 2009

Meine Anfrage an das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft kurz awi wurde bestätigt: Es werden noch Hummer im Institut auf Helgoland gezüchtet und es gibt sogar eine Doktorandin, Isabel Schmalenbach, die die Hummerzucht ein wenig in Szene gesetzt hat:
hummerzucht_halle6
(c) Foto I.S.
Auf der Seite finde ich noch etwas:
hummer_beim_sex
(c) Foto von M.Janke.
Ja, auch Hummer haben Sex. Den gesamten Artikel dazu gibt es hier (Hummer beim Befruchten)
Weiteres auf Helgoland Lobster.
In der Email heißt es weiter:

„In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Helgoland bietet die Biologische Anstalt Helgoland, die zur Stiftung Alfred-Wegener-Institut gehört, auch die Übernahme von Patenschaften für Hummer an. Nähere Infos dazu finden Sie auf der Webseite:

http://www.helgoland.de/interessen/forschung-und-lehre.html#c986

Folke Mehrtens
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
in der Helmholtz-Gemeinschaft
An der Neuen Schleuse 32
27568 Bremerhaven
http://www.awi.de“

Also auf zur http://www.helgoland.de/interessen/forschung-und-lehre.html#c986!

“Pseudo(nymph)city”

Freitag, 30. Januar 2009

Es soll hier um die Kommentarlosigkeit meines beschaulichen analogen Umfeldes gehen.
Das literarische Projekt, an dem ich nur volltrunken arbeiten werde, trägt schon mal den Arbeitstitel “Pseudo(nymph)city”, wobei ich es niemandem übelnehme, wenn ihm bei diesem Titel – es handelt sich nicht um einen Arbeitstitel – schlecht wird. Es wird eine Mischung aus Soup und Dschungelcamp.
Hier die Protagonisten:

Hormonfinsternis
Kekstante
Kartenleserloser
Schächter von Friedenau
Scharfrichter aus KA
Papierpanscher aus Kandel
Schweizer Elefantenmensch
Oranje Poppins
Jean Dark
Brutus Buckeye
Headbang Uschi
DigiSigi
(diese werden wegen guter Führung von der Liste gestrichen)

Die anderen Pseudonyme lasse ich nun aus Rache für exzessives Mitlesen, aber nie Kommentieren, in einem so abscheulichen literarischen Machwerk vorkommen, dass sie sich gewünscht hätten, sie wären schon früher aus ihrem Koma erwacht und hätten sich die Minute genommen.
Tut mir Leid, die Beweggründe könnt ihr hier nachlesen, ihr “Schweiger”!
Und viel Spaß beim (weiterhin) Lesen

# 57 Zungenknoten – eine Rheinpfalz Kolumne von Martin Graff

Mittwoch, 21. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Vorsicht Melange! Man nehme Deutsch und Französisch und rühre gut um:

aus „Die Rheinpfalz“ – Nr. 227
Unser elsässischer Gedankenschmuggler Martin Graff gibt heute eine deutsch-französisch-russische Kusslektion.
Die Entwicklung des Kusses zwischen Franzosen und Deutschen fait l‘objet d‘une étude permanente du modeste Gedankenschmuggler que je suis. Une fois de plus tout a commencé mit de Gaulle und Adenauer, als Charles ohne zu warnen Konrad umarmte und küsste. „Adenauer war sprachlos“, kommentierte Theo Sommer in der „Zeit“.
Wie oft soll man küssen? Qui commence? Les questions fondamentales sont connues. Je répète la leçon: Wenn sich Abgeordnete zum ersten Mal treffen, ist der Zweierkuss angebracht, der Viererkuss signalera lors de rencontres ultérieures une amitié naissante. Quant au Dreierkuss, je ne cesse de prévenir les députés sur son ambivalence, da man eine erotische Herausforderung aus dem baiser à trois temps heraus lesen kann.
L‘arrivée d‘Angela Merkel au pouvoir risque de tout changer. Ich stelle fest, dass Jacques Chirac sich rasend entwickelt und befürchte un dérapage prochain. Beim ersten Treffen gab es pour Angela un baise main, also einen Handkuss. Lors de la dernière rencontre de Jacques avec Angela, in Paris, en présence de Wladimir, le Président français a franchi une nouvelle étape. Bei der Ankunft der Kanzlerin erlaubte sich
Jacques den schon üblichen Handkuss, setzte aber einen drauf mit einem Zweierkuss, der Angela visiblement verzauberte. Après la réunion, Jacques se sépara d‘Angela avec un nouveau baise main, un Zweierkuss et hop, juste avant qu‘elle ne disparaisse dans la limousine, encore un Handkuss. J‘ai surtout peur d‘une chose: dass ein Berater ihm vom baiser à la russe erzählt, le bouche à bouche bien connu au pays de Wladimir.
Ich darf gar nicht aux conséquences denken: Handkuss, Zweierkuss, Handkuss, Mundkuss. Alte Männer haben sich bekanntlich nicht immer im Griff … Pire encore, les députés français imitent leur Président und beginnen, die deutschen Abgeordneten kreuz und quer auf den Mund zu küssen! Ensuite les députés sont imités par les citoyens et embrassent sur la bouche la première femme allemande, die ihnen über den Weg läuft! C‘est la bataille … du Kuss.

Leider landet man, wenn man „Zungenknoten Rheinpfalz“ bei google eingibt nicht auf der Seite der Zeitung und bekommt dann die Kolumne vorgestellt, sondern man findet ein paar verstreute Notizen. Schade, ich bin schließlich Sammler. Wegen eines Artikels, werde ich aber keine Zeitung abonieren! So, da sind wir dann bei den Vorteilen der digitalen Welt: Selektion. Im Darwin-Jahr sollte das bekannt sein
Auch wenn man nach dem Autoren „Martin Graff“ sucht, bekommt man auf den ersten 5 Seiten bei der Google-Suche nicht einen Hinweis auf die Rheinpfalz. Wieso?
Selbst auf der Internetseite der Rheinpfalz bekommt man weder zu „Martin Graff“, noch zu „Zungenknoten“ einen Eintrag. Wie kann man das Potenzial einer (digital ausgewerteten) Kolumne so wenig für sich nutzen wollen?

Noch ein Zungenknoten als Nachschlag:

Klicken zum vergrößern.
rpf_artikel001

Literatur für (Ex)-Zocker

Dienstag, 01. April 2008

Schade, dass es (noch) nicht geklappt hat mit der Verfilmung von Constantins Buch über den Fankult um StarWars.
Das neue Buch von ist Constantin Gillies ist aber nun da. Für mich neue Gelegenheit eine Verfilmung anzustreben, schließlich war ich auch ein Daddler vor dem Herren und wollte immer mehr Extraleben
Extraleben - Constantin Gillies
Inhaltsangabe vom Verlag.

Eigentlich wollen Nick und Kee nur ihren Commodore 64 abstauben. Noch einmal in die Welt von Space Invaders, Pac-Man und Donkey Kong zurückreisen. Doch der Nostalgietrip endet mit einer Überraschung: In einem Spiel aus den Achtzigern entdecken die alternden Joystickhelden eine geheime Botschaft.

„WELCOME TO DATACORP“

Übringens ist der CSW Verlag im Untertiel der „Verlag für Digitalkultur“.
Ein spannender Untertitel wie ich finde, gerade in Bezug auf meine Recherche zu „Literatur 2.0“
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Lochkamerabilder vom Meister Doc Sagittarius: Was man nicht alles tut, um eines veröffentlichen zu dürfen

Samstag, 29. September 2007

Der sagenhafte Dr. Sagittarius, der im Moment wieder in Saarbrücken ausstellt (siehe unten), hat mich genötigt, zur Feder zu greifen:

Natuerlich darfst Du gerne ein Lochkamerabild veroeffentlichen! Aber nur wenn Du es einfuehrst und einspinnst in eine verzauberte Welt, die ganz, ganz sonstwo in der Ferne liegt!
Alles ist besser als das, was da ist!

Also bitteschön, such dir jemand schönes, der dir vorliest.
mondschluessel.jpg
(Klicken zum Lesen)
Hier geht es zur Ausstellung im SILO morgen noch!
Ausstellung
(wie immer: klicken zum vergrößern)

Darf ich vorstellen: „Oranje Poppins“

Samstag, 09. Juni 2007

oranje poppins
Wenn man nach „Oranje Poppins“ googelt, dann erhält man die bekannte Meldung:

Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage – „Oranje Poppins“ – übereinstimmenden Dokumente gefunden.

Das wird sich nun schlagartig ändern.
oranje poppins mini „Oranje Poppins“ war in einem früheren Leben Lehrkraft und hat sich wie DLSA ins Ausland abgesetzt. Da sie hervorragend schreiben kann und fleißig die Sprache der Holländer lernt, fließen solch schöne Beobachtungen aus ihrer Feder:

…Kacke, das heißt auf Nederlands nämlich poep gesprochen pup, wohingegen das schöne Wort kaakholte nichts mit Kacke zu tun hat, sondern Kiefernhöhle bedeutet. Aufgrund des Klimas hierzulande leiden die Menschen häufig unter Kaakholtenontsteking.) Soviel zu den Schönheiten der niederländischen Sprache.
P.S. noch ein schönes Wort: Borsten heißt Busen

Aus einer Email im Bezug auf Ein Jahr Frankreich # 2:

Ich bürste mir jetzt meine Borsten und wünsche mir niemals eine Kaakholtenontsteking zu bekommen, da pups ich drauf.
Welch schöne Verwechslungen und Mißverständnisse aus solch einem Sprachkauderwelsch entstehen könnten… Da wird man ganz neidisch auf das Potenzial des Nederlands.
Schade nur, dass man oranje poppins mini „Oranje Poppins“ nicht dazu überreden kann, öfter mal aus dem Land von Antje zu schreiben…

Neues von den Käsezüchtern

Freitag, 08. Juni 2007

schweiz_logo.jpgSeit einem Jahr leben sie nun in der Schweiz, aber die Käsezucht lassen sich die Schweizer nicht so einfach von ausgewanderten Deutschen aus der Hand nehmen.
Wenn der Käsezüchter in spe ein Indianer wäre, dann würde er den Namen tragen: „Der-Liebhaber-seltsamer-Argumentationslinien“.
Da sich das auch Indianer nur schwer merken können, heißt er vereinfachend: „DLSA“.
Seit neuestem ist nun noch ein anderer Name hinzugekommen:
„Der Schweizer Elefantenmensch“.
krank
DLSA hat sich eine seltene Krankheit
280px-pneumokokken.jpg
(Streptokokken in der Nase) eingefangen. Sein Kopf schwoll an wie ein Heißluftballon. Das Bild oben wurde zwei Tage vor dem Schwellkörpergau aufgenommen. Selbst erfahrene mit allen Krankheiten konfrontierte seuchenerfahrene Pfleger liefen offenen Mundes gegen die Wände beim Anblick des armen DLSA.
Knapp an der bakteriellen Hirnhautentzündung vorbeigerutscht. Gott sei Dank!
Und was lernen wie daraus: die schweiz_logo.jpg ist nicht nur klein, sondern auch noch lebensgefährlich.

Ein Jahr Frankreich: #2 Abschied auf Raten: Adieu Friedenau!

Donnerstag, 07. Juni 2007

Ein Jahr Frankreich
Kaum ist die Ankündigung unseres Auslandsjahres draußen, vernehme ich, dass der Pfälzer Wörter mit mehr als 20 Buchstaben gar nicht liest, da er viel zu faul ist. Der Papierpanscher aus Kandel bezeichnet die Franzosen deshalb kurz als "Froschfresser". Ja, derb sind sie die Pfälzer.
Das Ziel der Reise scheint offiziell festzustehen: CAEN in der Normandie.
Spontane Assoziationen: Ärmelkanal, 6.6.1945, Deutsche als Hassobjekt, Stahlindustrie und Hafenkneipen.
Mit dem näher rückenden Termin (Beginn der Sommerferien) wird die Zeit in Berlin/Friedenau kostbar – was ist wichtig und was sollte man in jedem Fall noch getan haben (für Vorschläge bin ich generell offen).
Auch mache ich mir Gedanken, was ich in Frankreich an Friedenau vermissen werde:
– zu aller erst die vielen Freunde, die Vertrautheit und den kurzen Plausch auf der Straße
– meine freitäglichen Proben mit meiner Band SHORTY in der berühmten Niedstraße
– das Schlagzeug spielen überhaupt
– die herumlungernden Frauen vor der Schule und die u.a. durch sie angeregten "HaßtiradenLiebesbekundungen in Friedenau" (dieses literarische Meisterwerk werde ich noch behauen und dann plötzlich und unverhofft aus dem Ärmel ziehen)
Marcellos Mittagstisch und die "Bacci Sprüche"
– Die Friedenauer Schwaben-Connection (dazu wird noch einiges zu berichten sein)
– meine 94 jährige Nachbarin
– Das Fußballspielen mit meiner Truppe
– den ganzen Rest Berlins; vor allem als Motiv für meine LOMO
Was werde ich nicht vermissen:

– die Nachbarn, die mich regelmäßig anzeigen, weil ich vor meiner Garage stehe = deutsche Blockheads
– Hundehalter, die ihr Tier überall hin machen lassen:
Hundekacke Tütenspender Frankreich
"Dieser Tütenspender steht zu ihrer Verfügung. Zusammen. Unseren Lebensraum reinhalten!"
So ordentlich könnte das in Friedenau und am besten in ganz Berlin auch sein oder man sollte ein Gesetz einführen, dass das tragen von Schußwaffen zum Erlegen von Schoßhündchen grundsätzlich erlaubt. Aber vielleicht ist das wieder so ein Unterschied, der Franzose würde sich nie so aufregen!
noch mehr über Friedenau:
(mehr …)

1 Jahr Frankreich: # 1 Friedenau vs Frankreich – ein Match – über ein Jahr!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Liebe Fans, Francophile und Feinschmecker,
Kurze Vorrede, langer Sinn: der Filmmogul wird mit seiner Familie ein Jahr lang in Frankreich residieren und sorgt damit für das Großereignis 2007/2008 schlechthin.
Wohin genau es ihn und seine Lieben verschlägt, ist noch ungewiß. Ein baldiger Besuch in Evian soll Klarheit bringen.
Friedenau vs Frankreich hört sich ein wenig nach Briefschach an, aber nur zähe Stoiker können dieses Spiel gewinnen, das da heißt: „lost in France“.
Allein unter Froschschenkelspachtlern sieht sich der Filmmogul als Botschafter der Currywurst und als gebürtiger Pfälzer sogar als Überbringer des „Saumagens“ (- vergesst diesen Link, meine Oma macht einen Saumagen, dessen Originalrezept der Welt noch übermittelt werden muss – keiner ist besser – nicht gekocht, sondern knusprig gebacken).
Wir werden diese hochnäsigen, kulturbeflissenen, konservativen Hummerschwänzchen-Lutscher schon ein wenig aufmischen!
Franzosen_am_Strand
Uups! Oder sind sie uns vielleicht gar nicht so unähnlich?
Gefräßig und minderbemittelt? Wir werden ein paar Vorurteile klären müssen.
Es erwarten uns sportliche, sprachliche und subkulturelle Überraschungen, von den kulinarischen ganz zu schweigen.
Wenn sich allerdings der Tross einer 5-köpfigen Familie in Bewegung setzen soll, braucht es Feuer unterm Hintern und bisher ist da eher ein mattes Gezünsele zu spüren, obwohl der Countdown läuft: nur noch 2 Monate. Die Lage ist ruhig, zu ruhig wie ich mutmaße.
Dieses kommende Jahr, die Vorarbeit, der Aufenthalt und eventuelle Nachwehen sollen in diesem Blog (und gerne auch per Email, wer´s mag), dokumentiert und verbreitet werden. Kolumnenartig, Humorvoll, Bebildert, Filmisch, Interaktiv. So wie ihr es vom Filmmogul gewohnt seid.

Die eigene Hummerzucht – Wunsch und Wirklichkeit

Dienstag, 31. Oktober 2006

cover demolition lobster
Bei der Entstehung zum song „Demolition Lobster“ von shorty – eine Band und ihr Schicksal spielt der Wunsch nach einer eigenen Hummerzucht eine zentrale Rolle.

Wissenswertes über die Unmöglichkeit und Grenzen der Hummerzucht: hier
Pioniere der Hummmerzucht in Deutschland
Hummerzucht in Thüringen (1995)
Klassischer Hummerfang:
Hummerfischer in der Bretagne
Hummerzucht in Frankreich:
Hinweise auf Hummerzucht in der Bretagne nahe St. Brieuc

„Rübenlicht“ oder Halloween als wir „Halloween“ noch nicht kannten

Dienstag, 31. Oktober 2006

halloween
(In Ermangelung eines echten Rübenlicht-Bildes)
Mein eirstes Rübenlicht habe ich zusammen mit meinem Opa geschnitzt. Wir nahmen auch keinen Kürbis und schon gar keinen Hokaido, den kannte man erst viel später, sondern eine einfache Futterrübe, die den Schweinen eigentlich als Fressen über den Winter reichen sollte (naja, es gab schon mehr als eine und die Sauen mußten keinen Hunger leiden). An dieser Rübe wurde dann herumgewerkelt (köpfen, aushöhlen, Gesicht schnitzen, Kerze rein, Finger verbrennen) und da ich noch Grobmotoriker war, kann ich mich noch an ein lustiges Gesicht erinnern, das den abendlichen Hof mit seinem Kerzenschein erhellte. Im Nachhinein wundere ich mich, dass dieser Brauch schon lange vor Halloween (in den frühen 70ern) einen Platz im Herbst bei uns hatte.
Alles zu Halloween zusammengetragen von Ursel Fendler

Der-große-Felicia-Zeller-Rigoletti-Filmabend

Dienstag, 24. Oktober 2006

Flyer Filmabend
Die Tour der beiden Wahlberlinerinnen nach wundegeklatschten Zuschauerhändchen geht weiter:
Am 24.11. im Kino BlowUp, Berlin ab 21:30 Uhr bekommt man ein paar Highlights aus dem umfangreichen Werk zu sehen und (!!!) – (ich kann es an dieser Stelle nicht verheimlichen) -, eine erste öffentliche Vorführung in der der Filmmogul als waschechter Bulgare auftaucht und den Film dadurch ungemein bereichert – also allein deshalb ein Muß.

„Staatsfeind“? Der „erste Komparsenshop“ und sein seltsamer Name

Montag, 23. Oktober 2006

Logo der Komparsenvermittlung
Die Komparsenvermittlung „Staatsfeind“ gibt vor, der erste „Komparsenshop“ Deutschlands zu sein.
„Ich hätte gerne ein Dutzend Schwenkfleisch“ (wie Komparsen wegen des Abschwenkens der Kamera manchmal abwertend bei Drehs genannt werden), ist dann in Zukunft eine völlig normale Besetellung.
Bei der Namenswahl hat man allerdings darauf geachtet, in jedem Falle nur anspruchsvolle Großproduktionen anzusprechen.
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob sich nicht eine perfide Intrige hinter dem Projekt verbirgt, aber das pdf (Download pdf) läßt eigentlich keinen Interpretationsspielraum zu und auch eine vollständige Anschrift deuten auf einen echten Laden hin.
Na dann los: schreib eine Massenszene, die bevölkert werden will.

Rigoletti bei der Arbeit

Sonntag, 22. Oktober 2006

Berliner Wald am 19.10.06:

    Im „Hain“ leben, in Mitte arbeiten und in Kreuzberg den Saal rocken! So muß das sein.
    Rigoletti liest das erste Kapitel (Titel: „Mission Impossible II“) mit freundlicher Genehmigung der Autorin und powered by:
    Channel Filmmogul

Heute: Rigoletti zu Gast beim Berliner Wald

Donnerstag, 19. Oktober 2006

doc pfaus im einsatz
Die Vieles-Kann-Künstlerin Rigoletti – man beachte die Kollektion von Kapuzen ohne Jacke – liest heute aus ihrem neuen Buch vor:
Buch:
„Aus dem Leben einer Verblühenden“

Donnerstag, 19.10.06
Festsaal Kreuzberg
Skalitzerstr.130
U: Kottbusser Tor
Tür: 20:00
Beginn: 20:45

http://www.spokenwordberlin.net/

Wortungetüme – heute: Klontumpen

Dienstag, 06. Juni 2006

Heute lasse ich mich zu einer üblen Glosse hinreißen:
Die Wortverdrehung Klontumpen geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie vesucht sich durch ein paar verstopfte Synapsen hindurch zu zwängen, was aber völlig unmöglich ist, da mein Sprachzentrum dieses Unwort sofort wieder aushmhmhm will. Wollen doch ein paar Pinselschwinger in meiner Nachbarschaft Werbung für ihre Kunstfertigkeiten mit so einem Wortmonster machen.
Wenn sie so malen, wie sie werben, dann wird die Weinland wohl mit tunben Rafben gollvekleckert sein.
Ein Kontlumpen hätte es doch auch getan, aber nein, der Wortklon mußte her…

Zur Künsterlin: Ute Safrin.

Briefmarken und Bildungsbotschaften

Montag, 05. Juni 2006

Wenn ich meine kulturpessimistischen Tage habe, dann male ich mir aus, wie die letzte Briefsendung mit einer „echten“ Briefmarke nicht mal eine Meldung im hinterletzten Radiosender wert ist. Der Brief wird unbemerkt von der Frau des Postminister (ach, wenn es die wenigstens noch gäbe) eingeworfen, verschickt, empfangen, aufgerissen und schließlich weggeworfen. Das war´s!
Wie schön ist es da, eine solche Frankatur wie oben wenigstens einmal erhalten zu haben: auf dem der Briefmarke noch eine handschriftliche Erklärung gewidmet wurde.
Wahrscheinlich sind Philatelisten total humorlose Zeitgenossen, sonst hätten sie längst das Potenzial einer schönen Briefmarkengeschichte erkannt oder die Fraktion der Markenlecker ist so steinalt, dass sie die Aufbereitung für´s Internet nicht mehr vollziehen kann.

Eissaison im „Caramello“ und Nasenbärenalarm

Sonntag, 04. Juni 2006

Der Sommer kann warten, meine Lust auf Eis nicht.
Fündiggeworden im Caramello will ich gerade die Waffel dem Eismann aus der Hand picken, da klingelt das Telefon. Der Kinderladen ist dran, unschwer zu erkennen an dem markerschütternden Gebrüll meiner Tochter im Hintergrund: diese Tochter hat sich eine Perle in die Nase gesteckt, die man nicht mehr herausbekommen kann. Achja. Mit einem seufzenden Blick auf das Eis, Eile ich in mein Fahrzeug und brause dem Kinderladen entgegen. Durchhalten. Während ich mir ausmale, wie man in der Nase meiner Tochter mit endlos langen Zangen herumstochert und sie fixiert und niedergespritzt, schließlich wehrlos der Zange ergeben, tropft mein Eis zuerst auf meine Hose, dann auf den Sitz und schließlich auf´s Lenkrad und die Armatur. Ich stöhne, wische und komme schließlich am Kinderladen an. Meine Tochter wird von sieben Erzieherinnen am neuerlichen Losweinen gehindert, aber als sie mich erblickt, brechen die Dämme.
Im Krankenhaus sind wir die einzigen Wartenden und ich erhoffe mir eine kurze Wartezeit. Die Tochter scheint nach 10 Minuten schon wieder komplett hergestellt und hüpft auf den 30 Stühlen herum, meine Ermahnungen verklingen im Schichtwechsel der Krankenhausbelegschaft. Es sind 45 Minuten! Meine Tochter will nach Hause und hat den Grund unseres Aufenthaltes schon völlig vergessen. Sie läßt sich eine Untersuchung meinerseits gefallen und da sehe ich den Fremdkörper quasi zum Greifen nahe im Riechorgan funkeln, er hatte schließlich Zeit genug wieder herauszuwandern. Nach 90 Minuten will ich nur noch eine Zange, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen, aber da kommt endlich der Aufruf, dass wir uns zum Arzt trollen sollen. Meiner Tocher fällt schlagartig ein, dass sie totkrank ist und droht in eine neue Heulwelle abzutauchen, aber ein strenger Blick und die vorwurfsvoll in den Schoß auf die Eisflecken zeigenden Hände machen klar: Ruhe jetzt. Nach 3 Sekunden ist die Sache erledigt. Während mein Nachwuchs anfängt den Krankenhausflur auf dem nach Hause weg unsicher zu machen, überlege ich die Anschaffung einer 20 Zentimeter Nasenzange für den Hausgebrauch und den neuerlichen Besuch des Eisladens: Caramello ich komme…
CARAMELLO: Tel. 030-50343105 Wühlischstr. 31, 10245 Berlin Friedrichshain

Zum: Caramello.

„Café Jelinek“ in Wien

Freitag, 05. Mai 2006

JULIA ORTNER schreibt im FALTER über Michael Franks „Alles Wien“:

„Frank sitzt währenddessen lieber im Café Jelinek, gleich bei seiner Mariahilfer Wohnung ums Eck, und erträgt die „Verehrungsbezeugungen“ der übereifrigen Wirtin. Oder er ist auf den Straßen der Stadt unterwegs, um Geschichten zu erfahren. In der Trafik, in der Bim, am Markt.“
Als ich im Oktober 2005 in Wien im Café Jelinek war, da hatte die JELINEK gerade den Nobelpreis erhalten. Ich wollte unbedingt diese beiden Ereignisse den Cafébesuch und die Nobelpreisehrung in einer kurzen Episode unterbringen, aber… Man soll nicht immer „aber“ sagen:

Unter dieser gottverstaubten Decke kann man nur lästerliche Gedanken haben.
Es gab nur einen Wirt, die Jelinek weit und breit auf allen Zeitschriften.
Jedes Haar in Großaufnahme vor allem jene an der Oberlippe und jene, die sie aus der Suppe gefischt hatte.

usw.

Die „Geschichte zu Bildern“-Reihe wird also fortgesetzt…