Archiv für die Kategorie ‘literarisch wertvoll’

Vom „Ich mach Licht“ zum VJ ID Pool # 105

Dienstag, 02. Mai 2006


Als ich noch Unfug machen durfte – ohne die Beaufsichtigung meiner Kinder -, war ich jeden Freitag im Jugendzentrum zu Kandel. Nach langem Herumscharwenzeln gelangte ich in den Topkreis der DJ-AG und dann nach Monaten des Hitparaden-Auswendig-Lernens an den heiligen Plattenteller.
Auch an den Plattentellern, die nicht „turntables“ geschimpft wurden, gab es eine Hierarchie (wie leider überall im Leben) und wer mit den Worten „Mach du das Licht“ an die Regler verbannt wurde, der hatte verloren.
Wer Licht machte, hatte das musikalische Gespür eines Zinnsoldaten (und bewegte sich auch so). Das Lichtpult war die Notlösung, ein Beleg dafür, dass man (wie beim Fußball) zuletzt gewählt wurde.

Ganz anders heute. Die VJs, das sind nicht mehr die zuletzt gewählten, sondern die Kerle, die die für die richtige Optik im Raum sorgen. Mit guten Leuten, kann man den trostlosesten Raum zu einer Galaxie ausbauen.

Push!

VJs aus Berlin zum Beispiel:
JUTOJO

Für Links zu anderen VJs würde ich mich glatt bedanken…

Schreibbühne

Donnerstag, 20. April 2006


Ohne die Qualität der Schreibbühne beurteilen zu können (mangels persönlichem Kontakt):
Es gibt einen offenen Abend immmer donnerstags in der „Cantian 17“, bei der man sich mit anderen Schreibhungrigen austauschen kann (5.- €) oder man wählt sich eins der angebotenen Seminare, um sich gezielt zu schulen.

Die SchreibBühne befindet sich in der Cantian 17
Cantianstr. 17
10437 Berlin
S-/U-Bahn Schönhauser Allee
www.schreibbuehne.de/

„Das Ende der Textwüste“ ID Pool # 101

Dienstag, 11. April 2006


„Der Weg ist weit und der Wörter soviele, wie Sandkörner in der Wüste.“ Das sagte nicht Laurence of Arabia, sondern ein Autor, der den potenziellen Besucher seiner Internetseite gleich mal darauf einstimmt, was einen so erwartet. Vorsicht, es muß gelesen werden.
Ja, so soll es sein. Wer nicht viel lesen will, der soll gleich wieder die Hufe schwingen und sich im Sand vertrollen.
Habe allerdings das Gefühl, als sei es vorbei mit den Textwüsten. „Die Überforderung springt meinem potenziellen Gegenüber an die Gurgel.“
Der kurzatmige Infoartikel reicht doch.
Mir aber nicht.
Also lieber Leser, wie soll es sein?
Kurz und knapp oder lang und breit?

„100 Jahre Schule“ ID Pool # 100

Montag, 10. April 2006

Das kleine Jubiläum steht: die 100!
Gleichzeitig das Eingeständnis, dass es mit den Ideen am laufenden Band nicht so chronologisch nahtlos weitergehen kann wie bisher. Jaja, die Zeit fehlt eben doch.

Die Garderobe vor 100 Jahren war doch etwas gewöhnungsbedürftig. Dieser Matrosenlook, der vielleicht spätestens mit Fassbinders „Querelle“ entgültig ausgestorben schein und der ab und an noch von Jean Paul Gaultier bemüht wird, paßt nicht mehr zu den großstädtischen Rackern.

Hübsch ostig geht es zu im Museum Kindheit und Jugend.

Drei Räume, ein langer Flur mit Ausstellungsschränken und eine Führung, die man nicht vergisst. Vor allem die Lehrstunde über Spielzeuge fand ich äußerst amüsant oder das Schreiben mit der Kielfeder bzw das Kratzen mit dem Griffel auf der Schiefertafel.

Museum Kindheit und Jugend
Wallstr. 32
10179 Berlin
030-2750383

Wer mehr authentische Kulisse haben muß, der sollte Ausschau halten im
Freilichtmuseum Altranft dort gibt es ein ganzes Schulhaus, das man besichtigen kann und dem man eine Probestunde „wie vor 100 Jahren“ absitzen darf.

Da einige Berliner Schulen in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern (z.B. die Stechlinsee Grundschule in Friedenau – Rheingaustrasse), scheint es angebracht das Thema auszuarbeiten. Wie sah der Alltag eines Schulkindes vor hundert Jahren aus?

Die Filmproduktion Mogul sucht augenzwinckernd Augenzeugen, die aus ihrem Alltag in der Schule vor 100 Jahren berichten können.

Spieltage sind anders: Filmmogul vs. Scholz & friends (A)

Montag, 10. April 2006


Liebe Werksmannschaft, Schwarzkittelrespekteinflößer, Torhüter-sind-keine-Laubfrösche-Sager,
Veteranen in Orange erinnern sich gerne an den 21.9.05 als die beiden Mannschaften in der Medienliga zum ersten Mal aufeinander trafen und es am Ende 11 Tore zu bestaunen gab.
Damals der schmeichelhafte Endstand von 3:9 für Filmmogul eine Sensation.
Das Spiel heute begann holpernd und mit etlichen Sturmläufen auf das Tor der Scholzenkinder.
Mit einem Kracher aus der 2. Reihe von einem graumelierten Schützen in Schwarz, nennen wir ihn Peter Q., der seinem Spößling am Spielfeldrand mal zeigen wollte, was für ein geiler Hund der alte Papa eigentlich ist, schlug die Waage der Dramatik plötzlich in eine andere Richtung aus.
Der Junge am Spielfeldrand sollte sich freuen. Der Schuß seines Vaters landete rechts unten im Eck. Der Fanclan der Werbermeute johlte wie bei der ADC Preisverleihung, wenn es die goldenen Nägel gibt und kriegte sich kaum mehr ein.
Filmmogul gewohnt in Rückstand zu geraten, zog sich an den eigenen Haaren vom Boden und rannte gegen den Laubfrosch im Tor der friends erneut an.
Nur zwei Minuten später stand es 1:1 nachdem ein abgefälschter Ball von Dr. Scott getreten im Netz der Schwarzen zappelte. Die letzten schwarzen Jubelschreie erstarben.
Dann kam die 2. Einwechslung des Jokers bei Filmmogul: die 11, heiß wie seit langem nicht mehr, loderte er dem Querpass von Rogsch entgegen, umtanzte den letzten Abwehrspieler, der Ball zu weit weggelegt, eigentlich unerreichbar, aber ein feuriges reflexartiges katzengleiches Fallen, Füße voran und der Ball im Tor der Schwarzen 2:1 zur Pause. Der sonst löblich parierende Laubfrosch kam nicht rechtzeitig von der Leiter.
Die zweite Halbzeit war von Irrgängen bestimmt. Zwei Liberos verirrten sich im gegnerischen Strafraum. Während der eine nur Fußpilze fand, drischt der andere (wegen seines Sohnes am Spielfeldrand, der lautstark zu weinen begann) wieder eine halbhohe Senkpille auf den Kasten von Jo im Tor von Mogul und trifft zum 2:2 Endstand. Peter Q. (die Qualle) der Spieler des Tages. Zweimal den Keeper von Mogul mit dem gleichen Schuß zu überwältigen! – man sollte doch nie ohne Kontaktlinsen spielen, auch wenn der Tabellenvorletzte auf dem Platz steht.
Eine Partie die man nicht emotionslos verfolgen konnte und die einen doch mit einem zufriedenen Gefühl verabschiedet.
Keine Karten, Schiedsrichterleitungen auch keine.

Euer Filmmogul
Christian (11)

Ältere Spielberichte der Extraklasse!
Filmmogul vs 11 Freunde = 1:5 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs Cornelsen = 1:0 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs Jamba = 0:4 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs SAT1 = 2:1 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs Telekom = 0:4 (Spielbericht hier!)

Hier geht es zum Jahnsport-Stadion Cantianstr. PrenzelBerg.

„Die Krone der Schröpfung – Wendepunkte“ ID Pool # 99

Sonntag, 09. April 2006

In den Räumlichkeiten einer Filmproduktion auf dem Prenzlberg habe ich meine Krone verloren. Leider nicht diese abgebildete, aber ähnliche Ausmaße muß sie schon gehabt haben.
Besser gesagt meine Zacken sind aus der Krone gebrochen wie Fallobst bei Unwetter.
Hier im Anblick dieser Krone wurde mir unmißverständlich klar, dass ich in absehbarer Zeit eine bestimmte Art von Film nicht mehr drehen werde. Ich sah einen Zug abfahren und dieser Zug fuhr schnell weg, er hielt nicht mal in dem Bahnhof in dem ich stand.
Vielleicht gibt es den ein oder anderen, der auch von einem Wendepunkt berichten kann…

Spieltage sind anders: Filmmogul vs. 11 Freunde

Montag, 03. April 2006


Liebe Werksmannschaft, Unterzahlmanager, Heizdeckeneinforderer,

Orkanartiker Sturmlauf
Das Wetter an diesem Montag sagte sich: „Mach ich mal einen auf Weltuntergang. Es ist schließlich April!“ Der Platz am Ende übersät von geknickten Schirmen, davon geflogenen Gartenstühlen und zerbröselten Fußballträumen.
Das alles in allem faire Spiel begann mit dem üblichen Kleinfeld-Hin-und-Her, wobei die 7Freunde besser ins Spiel kamen und sich mit ein paar schönen Aktionen als Mannschaft für einen Aufstiegsplatz präsentierten.
Nach einer rein verbalen Aktion ohne Körperkontakt in der 10. Minute wurde Mr. Newman (filmmogul) des Feldes verwiesen, weil er im Weggehen seinen Gegenspieler mit einem unschönen Schimpfwort aus der Homo-szene titulierte – das muß nicht sein (ich poche da auch auf eine Entschuldigung), stimmt, aber wenn wir jetzt schon wegen solcher wenig Ernst zu nehmenden Kleinigkeiten rote Karten bekommen (die gelbe hätte es auch getan), dann weiß ich nicht, ob die Bezeichnung „Freizeitsport“ auf die Medienliga noch zutrifft.
Die Freunde kicherten sich ins Fäustchen, raunten sich lautstark zu, das das Punktekonto doch aufgebessert werden könnte und der beleidigte Spieler zupfte sich seinen rosa Tanga zurecht und kickte munter drauflos. Weiter gings mit einem mogulschen Sturmtief und einem kurzzeitigen Tor-Hoch.
Für die Elf mit der „11“ auf dem Ärmel stand es am Ende der 1. Halbzeit 2:0.
Zur Halbzeit hatten die Mogule bereits sämtliche Abos gekündigt und stemmten sich zunächst gegen das drohende Debakel. Ein paar Chancen waren dabei, aber die reichten nicht, für den Anschlußtreffer.
Der Aufbau der 7Freunde ist zu loben, die bei jedem Angriff über die Flügel kamen und die Hintermannschaft mit einbezogen, schnelle Doppelpässe spielten. Grundlinienläufe und flache Bretter vors Tor sorgten für weitere 3 Treffer.
Eine Aktion bei der der Kapitän von Mogul im Strafraum zu Fall kam, muß noch erwähnt werden, sicher kein Elfmeter aber über die Pfeife soll man sich ja nicht streiten. Den Strafstoß für Mogul verwandelte David sicher, konnte aber an der kräftezehrenden Kaltfront und am Endstand von 5:1 nichts ändern.
Filmmogul nun nach einer glücklichen Hinrunde bei seinen Restmöglichkeiten angekommen, setzt sich in der Tabellenmitte fest. Die 11Freunde streben in Richtung Platz vier.
Euer Filmmogul
Christian (11)

Ältere Spielberichte der Extraklasse!
Filmmogul vs Cornelsen = 1:0 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs Jamba = 0:4 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs SAT1 = 2:1 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs Telekom = 0:4 (Spielbericht hier!)

Hier geht es zum Jahnsport-Stadion Cantianstr. PrenzelBerg.

„Die Geschichte zum Foto (27)“

Dienstag, 28. März 2006

Dieses „Selbstportrait mit verrücktem Brillenträger“ hat Doc Sag mit ausgestrecktem Arm in Saarbrücken geschossen, als er mich in Front einer Animierbar postierte und von mir verlangte aus dem Stehgreif einen Türsteher zu mimen. Das kann ich nicht! Ich bekomme in solchen Situationen immer ein Dauergrinsen (Knieschuß), das man nur aus meinem Gesicht vertreiben kann, wenn man mir Tretminenopfer zeigt. In jedem Fall wird selbiges Foto gerne zur Illustration des Filmes benutzt und über diverse Artikel gesetzt. Der Schütz, ein echter Animateur eben.

Der Dokumentarfilm „LOve & MOtion“ im Internet:
Wo läuft der Film?
Internetseite des Verleihs zum Film
LOve & MOtion bei Wikipedia
Mithilfe erbeten!
Die Deutsche Lomo Gemeinde
Die internationale Lomosite in Wien

Spieltage sind anders: Filmmogul vs Telekom

Montag, 27. März 2006


Hi Werksmannschaft, hallo Hühnerhaufen, hallo Meisterschaftsanwärterverspieler, Jäger, Schlachtvieh,
„Das fairste Massaker der Fußballgeschichte“
Der Clan der Mogule reiste trotz Staatskarosse wenig komfortabel an, da man gezwungen war, drei Demonstranten, die für „die europäische Wüstenspringmaus und deren Erhalt in kaukasischen Steppen“ plädierte, geschlagene 80 Minuten hinterher zu dröppeln.
Der Kapitän hatte schon vor Anpfiff ein halbes Lenkrad intus, was ihm schwer im Magen lag.
In den ersten 20 Minuten war das Spiel ausgeglichen. Das Abtasten wurde zunehmend hektischer und das lange Warten auf das 1:0 hatte ein Ende, nachdem Telekom den Druck erhöhen konnte und die Hühnerfarm auf der anderen Seite einfach mit Salven aus der 2. Reihe beschoß.
Ein solch abgefälschtes Geschoß aus der 2. Reihe landete schließlich im Tor von Mogul. Die Einleitung zu einem kleinen Gemetzel – bei Epedemien nennt man das auch Keulen. Die 19, die 10 und – ach Scheiß drauf, der ganze Rest des mausgrauen Haufens – waren einfach nicht nur gut aufgelegt, sie waren in der Laune eine „Hausschlachtung“ vorzunehmen. Die Sau, die unters Messer mußte, hieß „Filmmogul“ und die 7 Metzger jagten das arme Tier so lange bis es blutend in den Rasen biß. In der letzten Minute der 1. Halbzeit noch ein dummer kleiner Messerstich und das 2:0 waren perfekt. Die halbe Farm war schon gekeult, aber es sollte noch schlimmer kommen.
Das temporeiche und widerlich faire Spiel sollte eigentlich von den „Sieg-oder-Spielabbruch!“-Rufen des Präsidenten unterbrochen werden, aber der würgte immer noch am Lenkrad herum.
In der zweiten Halbzeit hatte sich eine gewisse Ordnung herauskristallisiert, die da hieß – wir (TELEKOM) gewinnen und ihr verliert – man weiß nur noch nicht genau wie hoch. Obwohl einige Hühner zu türmen versuchten, um das Virus hinter dem gegnerischen Tor-Wirt zu deponieren, es half nichts, sie wurden eingefangen.
Das neuerliche mogulsche Anrennen wurde trotz einiger Mini-Chancen im Keim erstickt.
Telekom monatelang auf das Massaker eingestellt und ausnahmslos zur Ironman-Teilnahme verdonnert (außer bei attestierten tödlichen Krankheiten) war mit einem Selbstbewußtsein ausgestattet, das man nur bei Tabellenführern oder anderen Dorftrotteln (Schlächtern) findet.
Es fielen noch 2 messerscharfe Tore für die Magentösen (von Magenta) und dann war endlich ein schriller Abpfiff zu hören, der die Moguljungs (den Hühnerhaufen) mit einem 4:0 ins Nirvanna schickte.
Der Kapitän der Telekommannschaft trieb den Stachel noch nach dem Spiel tiefer in sämtliche Wunden, indem er behauptete: „Wir hatten so Angst. Aber ihr habt auch abgebau, wa!“ Abgebaut?

Pech im Spiel! Glück in der Liebe!
Ich möchte nicht wissen, wie es bei den Teletubies unter der Bettdecke aussieht?

Euer Ex-Torjäger

Ältere Spielberichte der Extraklasse!
Filmmogul vs Cornelsen = 1:0 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs Jamba = 0:4 (Spielbericht hier!)
Filmmogul vs SAT1 = 2:1 (Spielbericht hier!)

Hier geht es zum Jahnsport-Stadion Cantianstr. PrenzelBerg.

„Fuck Pilates“ ID Pool # 84

Freitag, 24. März 2006

Kaum naht der erste Tag T-Shirt-Wetter, schon schauen die Menschen an sich herunter und laufen schreiend den Promotern für Fitnessstudios in die schmierigen Hände.
Sagt die dicke Frau: „Ich habe mein Leichtgewicht verloren.“
„Na und? Fuck pilates!“ ist mmer die richtige Antwort, wenn es um den Winterspeck geht, oder gibt es etwa Exemplare in der Leserschaft, die beim täglichen „work out“ jetzt anziehen?

„Die Geschichte zum Foto (22)“

Donnerstag, 23. März 2006


Unter Schafen
Dieses ahnungslose Schaf wurde mit einem Fingerschnippen von einer berühmten Stuttgarter Lomographin auf Film gebannt. Immer dann, wenn ich meinen Monitor-Schreibtisch aufgeräumt habe, linst es mich in digitalisierter Forrm an, so treu doof, als gäbe es keine Lammsteaks.
Die Schafe im Schwäbischen schauen einfach lieblicher als andere, kauen länger und genüßlicher an lässig zwischen die Zähne gesteckten Halmen und sind einfach nur glücklich. Das arme Scharf wurde allerdings nach der Veröffentlichung des Fotos von einer Schaustellerfamilie erworben, wo es fortan ein nicht artgerechtes Dasein als Karusellbremse fristet. Jaja, die Öhrchen anlegen, wenn die berühmte Schwäbische Lomographin unterwegs ist.

Der Dokumentarfilm „LOve & MOtion“ im Internet:
Internetseite der Filmproduktion
Internetseite des Verleihs zum Film
LOve & MOtion bei Wikipedia
Mithilfe erbeten!

„Die Geschichte zum Foto (20)“

Dienstag, 21. März 2006

Leider bin ich ja nur ein kleiner Regisseur und mir wird niemals jemand die Frage stellen: „Herr Schmidt-David, wie haben sie das gemacht?“

Dennoch beantworte ich gerne solche Fragen: z.B.: „Wo kommt das Licht für die Aufnahme in der Badewann her?“
In die Badewanne wurden kleine wasserdicht verschlossene Päckchen eingetaucht, in denen sich sogenannte „Slave-Blitzlichter“ befanden. Diese kleinen Blitze haben die Eigenschaft, dass sie erst dann auslösen und losblitzen, wenn ein anderer Blitz durch sein plötzliches Losleuchten quasi den Startschuß gibt. Desweiteren wurden diese Sklaven mit bunten Folien beklebt (damit das Licht nicht einfach nur weiß blitzt). Das war nun ein wenig für Dummies, aber für die wissenschaftliche Erklärung des sklavenhaft nachgelagerten Blitzens sind andere zuständig. Die Badewannenidee hat auch ihre Tücken, den so ein Bitz, entlädt sich zwar nur Batterie betrieben, aber soll auf keinen Fall mit Feuchtigkeit in Berührung kommen und ist schon gar nicht für den Betrieb unter Wasser vorbereitet, weil sonst…“elektrische Schläge, Verbrennunge“ naja, man hat wohl kaum ausprobiert, was dem menschlichen Leib widerfährt, wenn das ganze in der heimischen Badewanne ausprobiert wird.
Euphorisiert und durch“ LOMO“ mit Heldenmut aufgetankt („LOMO macht mutig“ Zitat: Lothar Schmidt ), bin ich dann in die Wanne gestiegen, zu allem bereit.
Mulmig war es mir schon beim ersten Blitzlichtgewitter über und unter Wassser, aber als viel Später der Blitzonator auch noch zugab, dass Wasser in mehrere der angeblich wasserdichten Tüten eingedrungen war, da brauchte ich schnellstens eine Dusche.
Was alles noch in so einer Badewanne passieren kann:

Der Dokumentarfilm „LOve & MOtion“ im Internet:
Internetseite der Filmproduktion
Internetseite des Verleihs zum Film
LOve & MOtion bei Wikipedia
Mithilfe erbeten!

Nachtrag zu „Prince Freedom“ ID Pool # 61

Donnerstag, 16. März 2006


Der stolze Besitzer (NYC) meines Gebrauchtwagens.
Das ist der Prinz (das Beweisfoto, welches ihn als waschechten Prinzen ausweist, hängt unter der Ghana Flagge an der Wand im Schatten) mit einem seiner zahlreichen Freunde. Letzterer brachte mich zu einem Eddi-Murphy-Klon (Boss der letzten paar tausend Kilometer, die mein Auto noch zurücklegen muß), in der Nähe des Klinikums Friedrichshain. In einer Baracke wurde dort in einer seltsamen Sprache aus Afrikanisch (?), Englisch und Deutsch letzte Details geregelt, bevor ich meine Autoschilder abschrauben durfte.
Der ganze Hintergrund zum Autoverkauf an den Prinzen unter: „Prince Freedom!“ ID Pool # 61.

„Die Königin vom Café Kipp“ ID Pool # 70

Donnerstag, 09. März 2006


Im Café Kipp in Stuttgart passierte mir am Dientag folgendes:
Der Ober kommt zu mir und bittet mich zögerlich meinen Platz, den ich gerade erst eingenommen habe, wieder zu räumen. Ich blicke mich verständnislos um, aber da das Café nahezu leer ist, fällt mir nicht sofort ein Grund für meinen Zwangsumzug ein. Herr Kipp persönlich klärt mich auf, dass gleich eine Dame käme, die immer an diesem Platz sitze und sie sei da wenig flexibel, in jedem Fall weniger flexibel als ich. Da ich nicht meinen Trotztag habe räume ich das Feld und warte. Da kommt sie: die Königin vom Café Kipp: Stammkunden haben Vorfahrt! Roter Schal, blonde frisierte Haare, rotnachgezogenen Lippen, Hornbrille. Der Krückstock wandert wie seit Jahren an seinen Platz zwischen Bank und Tisch. Frau Stark legt ihren Mantel ab und kaum sitzt sie, da steht auch schon ihr Wasser auf der Marmorplatte. Naseputzen, so laut, dass jeder hört, dass sie (noch) da ist: the Queen is bacK.
Rituale von alten Menschen haben eine Faszination, die gewürdigt werden muß (zuletzt zum Beispiel in Mañana al mar) – wessen Großeltern haben etwas zu dem Thema beizusteuern?

„Die Geschichte zum Foto (8)“

Donnerstag, 09. März 2006

Dieser junge Mann hat in meinem Film einen Satz losgelassen, den man sich gerne in Harz gießen möchte: „Der Lomograph ist ein Einhorn! Das ist so eine Rasse, die man selten trifft…“
Nach Aussage von Herrn Wilding, hat ihn der Langenscheidt Verlag angerufen, um anzufragen, ob der Satz in eine Neuauflage des Zitatenschatzes aufgenommen werden darf.
Ich habe nichts dagegen, ein Eintrag im Langenscheidt, das hätte doch was!

Der Dokumentarfilm „LOve & MOtion“ im Internet:
Internetseite der Filmproduktion
Internetseite des Verleihs zum Film
LOve & MOtion bei Wikipedia
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„Bewußtseinserweiterndes“ ID Pool # 69

Mittwoch, 08. März 2006


Ja, das kann man alles machen! Muß man aber nicht!
Falls jemand Lust verspürt und in einem sagen wir Biosupermarkt mal alle Flyer zusammensammeln möchte, ich würde mich an die Auswertung der highlights machen!

„Die Geschichte zum Foto (3)“

Samstag, 04. März 2006

Das Werk, in dem die LOMO LCA produziert wird in St. Petersburg.
Am Eingang wartet die Pförtnerin, die nach unserem Ansprechpartner fragt. Sie telefoniert. Nach kurzer Zeit kommt Nicolai und holt uns herein. Nur ein Drehkreuz trennt zwischen drinnen und draußen, eines, das wir jeden Tag auf dem Weg in den Supermarkt überwinden. Nur hinter diesem Drehkreuz verbergen sich hochgeheime militärische Apparaturen vom Periskop bis zur Zieleinrichtung für Panzerfäuste und anderes Kriegsgerät. Der Hochsicherheitstrakt ist hoffentlich besser geschützt – aber wir bekommen ihn nicht zu sehen. Es geht hinauf in die Etagen der Mächtigen, die sich für uns undenkbar (naja vielleicht noch im Schwäbischen) ihren Allerwärtesten mit geschnittener Zeitung säubern müssen.
Die Chefetage 2002 in einem der ersten russischen Unternehmen, das privatisiert wurde!

Hier noch ein wichtiger Link für alle Lomographen, die gerne in die Offensive gehen und Anpacken!
Mithilfe erbeten!

Der Dokumentarfilm „LOve & MOtion“ im Internet:
Internetseite der Filmproduktion
Internetseite des Verleihs zum Film
LOve & MOtion bei Wikipedia

„Die Geschichte zum Foto (2) – Geisterbilder“: ID Pool # 64

Freitag, 03. März 2006

Die Konstantinowa
Die Frau im Kapitalismus der 50er Jahre – wenn man mal so generell sein will – sollte sich hinter die Töpfe trollen und bloß nicht anpacken und wenn, dann nur mit Topflappen geschürtzt. Im Gegensatz dazu mußte die Frau im Kommunismus ihren Mann stehen.
Die oben abgebildete Frau Konstantinowa war in St. Petersburg in der Firma LOMO PLC eine Vorzeigefrau, die es durch männergleiches Anpacken geschafft hatte: Sie wurde Vorarbeiterin einer technischen Abteilung, die fotografische Apparate herstellte, mit immerhin 60 Ameisen unter ihrer Obhut.
Das Fortbestehen der Kameraproduktion hatte 2 1/2 Befürworter, Lazar, der damalige Pressesprecher, Klebanow, der damalige Werksleiter (die halbe Portion) und die Konstantinowa. Diese drei Personen sorgten nach dem Zusammenbruch der Udssr dafür, dass die Kameraabteilung nicht schon früher der Auflösung preisgegeben wurde und dass dem drängen der Wiener Studenten nachgegeben wurde weiterzuproduzieren.
Leider hat Frau Konstantinowa es aus „gesundheitlichen Gründen“ abgelehnt (oder vielleicht auch aus Eitelkeit – sie war ehedem eine noch schönere Frau und kann nun im Alter kein Bild mehr von sich sehen) für meinen Film ein Interview zu geben, aber wir durften in ihrem schön sozialistisch gehaltenen Büro das Interview mit dem Herren hinter ihr drehen: Herrn Cholomjansky, dem Entwickler der russischen Kamera LOMO LCA. Wer im Film genau hinschaut, der kann ihren Stock an der Wand lehnen sehen.
Auch Frau Konstantinowa schafft es einfach nicht bei einer Langzeitbelichtung still zu halten, weshalb sie ein wenig entglitten aussieht. Sorry, schöne Frau!

Im Nachtrag sozusagen noch die Idee, dass genau diese verwischten geisterhaften Bilder auch etwas faszinierendes haben und ich mir deshalb auch hier eine sehr gespenstische Sammlung von Lomographien vorstellen könnte.
In den Archiven anderer Lomographen stapeln sich sicher solche Bilder, warum fangen wir nicht an, sie ab heute zu sammln: Stichwort Geisterbilder!

Der Dokumentarfilm „LOve & MOtion“ im Internet:
Internetseite der Filmproduktion
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„Prinz Freedom!“: ID Pool # 61

Dienstag, 28. Februar 2006


Wer hat nicht schon mal eine Email bekommen in der der „former King of…“ um unsere Mithilfe zur Rettung seiner Probleme bat. Was soll ich sagen, Sly Freedom hat mein Auto gekauft.
Meine Erfahrungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt kurz zusammen gefasst: Araber sind Gerissen, die deutschen Käufer sind zu dumm, sich eine Telefonnummer zu notieren und die Afrikaner haben das Herz am rechten Fleck.
Meine alte Möhre wird noch 300 000 km in Ghana herunterraseln und dort eine Familie glücklich machen. Man fühlt sich nicht als Verkäufer, sondern als jemand, der etwas Gutes getan hat. Sly hat in seinem Internetcafé ein Bild von sich hängen: auftoupierte Mähne, Tigerzahnkette, Löwenfellscherpe, Speer in der Hand auf einem handgeschnitzen Edelholzthron – das volle Prinzenprogramm also: der Vater König eines Dorfes in Ghana!
Zwei Wochen schippert mein Auto von Hamburg aus ins Afrikanische runter (500 €), wird dabei wahscheinlich von der aggresiven salzgetränkten Luft vom Rost zerfressen, hat dann aber dennoch seinen Wert, wenn es auf dem Hafen augelöst wird (1700 €) nahezu verfünffacht.
Wenn ich das nächste Auto verkaufe, dann werde ich mit auf die Reise gehen (KLM 700.- €) und im beschaulichenn Ghana urlauben, während ich auch noch mein Auto an einen Eingeborenen-König verhöckere. Sly Freedom ist schließlich ein Mann mit Kontakten.
Wem sollte man sein Auto verkaufen, wenn Sly mal gerade voll ist? Gibt es andere interessante Autokäufer? Oder schlimme Erfahrungen?

Bandgedanken

Dienstag, 28. Februar 2006

Meine schöne Band-Experience von gestern Abend (nachzulesen hier) hat mich auf die Idee gebracht, man könnte mal doku-artig hinter die Kulissen einer solchen Freizeitband schauen, und in das Alltagsleben der einzelnen Musiker.
Was tun die Leute die ganze Woche lang, bevor sie sich wieder zum Musik machen treffen? Befassen sie sich auch zuhause mit ihrer Band-Musik? Wo arbeiten sie? Was tun sie dort? Wissen ihre Geschäftspartner und Bürokollegen von ihrer musikalischen Seite?
Ich hab oft erlebt, erst nach Jahren einer geschäftlichen Bekanntschaft zu erfahren, dass jemand auch Musik macht, gerne trommelt, singt oder ähnliches. Viele Menschen machen Musik, manche sogar verdammt gute – aber die wenigsten wissen davon.
Für mich ist diese wöchentliche Bandprobe eine Rettungsinsel, ein Regenerationsabend, ein Comeout und Fallenlassen, eine Nahrungsquelle für die Seele.