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Das Hacker Manifest wird 23!

Donnerstag, 08. Januar 2009

23!
Was für eine schöne Zahl für ein Jubiläum.
Heute vor 23 Jahren am 8. Januar 1986 wurde das Hackermanifest von The Mentor (alias Loyd Blankenship) geschrieben.
loyd blankenship
Loyd Blankenship mit seiner Nichte.

Für die einen sind Hacker wildromantische Helden, für die anderen Kriminelle.
Zunehmend wird das Wissen der Hacker (glücklicherweise auch von ihnen selbst) kommerzialisiert: rent a hacker.
Beim „Show Hacking“ werden den Anwesenden ohne jegliche Zauberei zum Beispiel die Adressbücher vom Handy herunter kopiert. Oder Tobias Schroedel zeigt mal eben Passwörter raten leicht gemacht.
Während Blankenship ein geregeltes Leben führt, tauchen andere in seinen Fußstapfen knietief ein. Der Fall des Kreditkartenknackers Max Butler liest sich wie ein Krimi (wired berichtete).
Die zentrale Aussage des Hackermanifestes, das als Grundlage für eine Hackerethik taugen soll, ist das Eintauchen in die digitale Welt, als Ersatzbefriedigung für das unperfekte analoge Leben. Maschinen kann man mit dem nötigen Wissen dazu kriegen, das zu tun, was man von ihnen will, Menschen kann man mit diesem Wissen nicht Knacken.
Das Tor in die digitale Welt hat sich mit dem Hackermanifest und seinem Versprechen eine kontrollierbare Welt vorzufinden, weit geöffnet, 23 Jahre später wissen wir, es war eine Falle: zumehmend knöpfen wir uns selbst Minuten ab, in denen wir uns zwingen, nicht in unsere Maschinen und Schirme zu starren, um am analogen Leben überhaupt noch Teil zu nehmen.
Ein neues digitales Manifest müsste mit den Worten beginnen:
„Hacker aller Länder vereinigt euch!“

Interview aus dem Jahr 2000 mit Loyd Blankenship