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Politiker und Parteien auf Twitter (update)

Donnerstag, 12. Februar 2009

Es gibt eine ganze Reihe von Politikern, die twittern. Zum Stöbern kann man bei der Westen vorbeischauen, dort gibt es eine alphabetische Liste (Danke Katrin Scheib). Eine nahezu vollständige Liste von Parteien und Politikern findet man hier (140 Zeichen – das Buch um Twitter).
Und nun gibt es auch noch die Twittercharts über Aktivitäten von Parteien: Parteigeflüster.

Manche Politiker wissen von ihrem Account und andere nicht.
Wer nun wirklich twittert (bzw. die helfenden Hände im Büro) und wer unwissend bezwitschert wird, das ist eine schwierige Frage. Die Spannweite reicht von spaßiger Satire bis hin zur Verleumdung vor der Wahl.
Schauen wir uns einige Herren genauer an:
Z.B. Helmut Schmidt, der den Ausgang der Hessenwahl vorher gesehen haben will, versucht man wenigstens vom Ton her zu imitieren.
Bill Clinton ist auch ab und zu da und raucht eine Zigarre.
smoking-obama
Oder der Fake Barack Obama, der sich auch ein FakeFoto (?) hergenommen hat, um sich deutlich von seinem Original zu unterscheiden. Er kommt wenigstens auf den Punkt, wenn er schreibt:

May sell myself @fakebarackobama if it’s twitter kosher – DM me if interested.

Dieses unterirdische DM wollen wir mal nicht gehört haben, aber er will also Geld verdienen mit dem Verkauf seines Fake-Accounts?
Dass dieses gefakte Treiben ein schnelles Ende finden kann, dafür gibt es bei Twitter eine böse Taste: „block xy“ und die Aktivitäten sind schnell vorbei, auch für Sozialdemokraten, wie Helmut Schmidt in einem Tweet feststellt:

„error|antisocial|This account is currently suspended and is being investigated due to strange activity.“ Ich und antisozial.“

sarko_photo
Mit Nicolas Sarkozy (oben das Original Facebook-Foto) sieht es ganz schlecht aus. Es gibt immerhin 6 Fake-Kandidaten, die sich um die Vorherrschaft streiten, dabei hat der Mann einen 6-köpfigen Stab von jungen Leuten angestellt, die sich um seine Online-Reputation kümmern! Diese 6 sind wohl jeder in die Rolle eines Fake-Kandidaten gesprungen, um sich mal ein wenig auszutoben. Ohoh, wenn das der Giftzwerg mitbekommt…
Am lustigsten ist dabei dieser Kandidat, der schreibt:

Pour commencer, il devrait sortir les mains de ses poches; les militaires n’aiment pas ça.

„Um anzufangen, muss man erst mal die Hände aus den Taschen nehmen, Das Militär mag das nicht.“
Alle anderen Politiker, die die Hände noch in den Taschen haben, sollten mal über die Möglichkeiten so einer direkten Kommunikation mit dem Wähler nachdenken und von Barack Obama lernen, der auch im digitalen Leben unbescholtene Mann, kann sich über 242000 Follower in aller Welt freuen und von ihm ist zumindest überliefert, dass er sich seinen Blackberry nicht hat wegnehmen lassen, auch nicht vom Geheimdienst (ob er damit twittert, das wissen wir nicht, aber wir ahnen es!). Schade, dass wir ihn nicht alle wählen können.
Der deutsche Vorzeige Twitterer von der SPD in Hessen (Herr Thorsten Schäfer Gümbel alias @tsghessen) hat mittlerweile auch ein Glaubwürdigkeits-Problem, vielleicht sind eben doch nicht alle Tweets von ihm und das ist dann eben ganz schlecht für die Online-Reputation.
Auch Frau Merkel („Biographie: Kohls Mädchen“) und Herr Schäuble sind dabei, wie ich von franztoo erfahre.
Frau Merkel schaut sich die Leute, die ihr folgen wollen genauer an (has protected her updates) und der Mann im Rollstuhl hat das twittern nach der erfolgreich abgeschlossenen Mission der Datenprotektion
Wie sieht es mit den Satirikern und Kabarettisten aus? Eine gute Parodie und die Fangemeinde ist sicher!

Dalai Lama auf Twitter (update)

Sonntag, 08. Februar 2009

Die Frage, ob nun echt oder falsch, stellt sich immer bei jedem Neuankömmling auf Twitter.
Bei Persönlichkeiten, die jeder kennt, kommt noch eine weitere Frage hinzu: Was hat nun xy davon, wenn er twittert?
Wenn man dem angegebenen Link folgt (OHHDL -Office of His Holiness The Dalai Lama), dann landet man bei der von google als offiziell geführten Seite.
Gehen wir also davon aus, dass der echte Dalai Lama (bzw. sein Büro) twittert.
Warum verlassen wir uns nur immer auf Google. Wir könnten uns doch auch mal auf die Online-Reputation von zum Beispiel Frau Sommer verlassen:

csommer_tweet

Also Willkommen auf Twitter ihre Heiligkeit und möge das Büro viele Tweets schreiben, die aufklärerisch und weise weitreichende Strahlen der Erkenntnis in den Westen senden – wir können´s brauchen.
dalai_lama_twitter_account
Man kann quasi minütlich neue Follower ankommen sehen… und auch die politische Dimension (Zensur und deren Umgehung in China) wird ausgelotet.
Franz Patzig auf Franztoo schreibt dazu:

Andernorts, nämlich in China, wird man kochen. Wenn der Staatsfeind Nr.1 dieses Medium nutzt, wird man alles tun um die Verbreitung auf diesem (wie auf jedem anderen) Weg zu verhindern. Ich sehe die Gefahr, dass Twitter in China geblockt wird.

Twitter wird in China, neben den alltäglichen Anwendungen, zur schnellen, ungefilterten Verbreitung von Nachrichten unter den Usern genutzt. Man kann das ganz gut bei Twittervision beobachten, obwohl es mir aktuell etwas langsam erscheint: http://twittervision.com/local/china

Es zeichnet sich jedoch ein neuer Rekord ab. Nach etwas mehr als 9 Stunden (Stand Sonntag, 8.15 Uhr) hat Dalai Lama mehr 2800 Follower. Mit jedem Reload erhöht sich diese Zahl signifikant.

Update: Eine Stunde später, um 9.15 ist die Zahl bereits auf 3241 gestiegen.

Update: es ist raus, wie man auf Sprechblase und in vielen anderen Tweets und Blogs lesen konnte, es war ein sehr sehr gut gemachter Fake. Nix da mit Heiligkeit, würde mich schon interessieren, ob da die Chinesen dahinterstecken?

Hartmut Mehdorn auf Twitter

Samstag, 07. Februar 2009

Von diesem Account können wir 2 Dinge lernen:
1. Mach immer zuerst einen Account, bevor dir dein (politischer) Widersacher einen einrichtet und dir dann solchen Kram in den Mund legt:

„gerade aufgebrachten schell am telefon – wieso ich ihn köpfen wolle – verstehe nur bahnhof #bahn #mehdorn #freud“

2. Unterschätze nie die Macht der Twitterer.
Die Welt bei Twitter folgt einer anderen Beschleunigung.
Am 3. Februar konnte man erfahren (wenn man den Blog netzpolitik.org liest – oder per Twitter angeschlossen ist), dass die Bahn einen Blogger (Markus Bleckedahl), wegen der Veröffentlichung eines internen Schreibens über die Rasterfahndung bei der Bahn abmahnt.
Binnen kürzester Zeit machte diese Nachricht die Runde und es wurden Hilfestellungen geleistet (alleine 367 Kommentare), es wurde interviewt (zeitrafferin,de), analysiert und durchschaut und dann für den Rest der Medienwelt aufbereitet.
Das ist Microblogging bei Twitter, wer dabei war kann sich dem Kommentar eines Twitterers anschließen, der sinngemäß sagte: „Manchmal ist twittern so spannend, wie das gute alte Fernsehen zu seinen besten Zeiten.“
Spannend und siegreich. Die Deutsche Bahn Ag hat einen Rückzieher gemacht und auch Mehdorns Fake Account, der nur zu seiner Blamage eingerichtet worden war, wird wieder verschwinden.