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Sarkozy verletzt Urheberrechte

Donnerstag, 26. Februar 2009


Bei mehreren Veranstaltungen nutzte der Präsident einen Musiktitel der Gruppe MGMT. Dessen Rechte hatte man aber nur für die einmalige Nutzung eingekauft (gulli berichtet).
Nicolas der I. gilt ja als ein Verfechter der „Three-Strikes-Regel“ wonach demjenigen, der mehrfach gegen Urheberrechtsverletzungen verstößt, dauerhaft der Draht ins Internet abgeschnitten wird. Er wird kaum selbst bei seinen Kabeln die Zange ansetzen, er ist nur…„…ein ganz normaler Politiker: Er steht öffentlich für eine Sache, die er privat mit Füßen tritt!“, wie DaOptika in den Kommentaren bei gulli schreibt.
Nun war die Veranstaltung zwar nicht privat, aber wer weiß schon, was sich so ein Präsident in seiner Präsidenten-Suit alles herunterlädt? Und was hat Angie damals noch für den Titel der Stones bezahlt, war es auch 1,25 Euro? Mit diesem lächerlichen Betrag will man die französische Band nämlich abspeisen.

Politiker und Parteien auf Twitter (update)

Donnerstag, 12. Februar 2009

Es gibt eine ganze Reihe von Politikern, die twittern. Zum Stöbern kann man bei der Westen vorbeischauen, dort gibt es eine alphabetische Liste (Danke Katrin Scheib). Eine nahezu vollständige Liste von Parteien und Politikern findet man hier (140 Zeichen – das Buch um Twitter).
Und nun gibt es auch noch die Twittercharts über Aktivitäten von Parteien: Parteigeflüster.

Manche Politiker wissen von ihrem Account und andere nicht.
Wer nun wirklich twittert (bzw. die helfenden Hände im Büro) und wer unwissend bezwitschert wird, das ist eine schwierige Frage. Die Spannweite reicht von spaßiger Satire bis hin zur Verleumdung vor der Wahl.
Schauen wir uns einige Herren genauer an:
Z.B. Helmut Schmidt, der den Ausgang der Hessenwahl vorher gesehen haben will, versucht man wenigstens vom Ton her zu imitieren.
Bill Clinton ist auch ab und zu da und raucht eine Zigarre.
smoking-obama
Oder der Fake Barack Obama, der sich auch ein FakeFoto (?) hergenommen hat, um sich deutlich von seinem Original zu unterscheiden. Er kommt wenigstens auf den Punkt, wenn er schreibt:

May sell myself @fakebarackobama if it’s twitter kosher – DM me if interested.

Dieses unterirdische DM wollen wir mal nicht gehört haben, aber er will also Geld verdienen mit dem Verkauf seines Fake-Accounts?
Dass dieses gefakte Treiben ein schnelles Ende finden kann, dafür gibt es bei Twitter eine böse Taste: „block xy“ und die Aktivitäten sind schnell vorbei, auch für Sozialdemokraten, wie Helmut Schmidt in einem Tweet feststellt:

„error|antisocial|This account is currently suspended and is being investigated due to strange activity.“ Ich und antisozial.“

sarko_photo
Mit Nicolas Sarkozy (oben das Original Facebook-Foto) sieht es ganz schlecht aus. Es gibt immerhin 6 Fake-Kandidaten, die sich um die Vorherrschaft streiten, dabei hat der Mann einen 6-köpfigen Stab von jungen Leuten angestellt, die sich um seine Online-Reputation kümmern! Diese 6 sind wohl jeder in die Rolle eines Fake-Kandidaten gesprungen, um sich mal ein wenig auszutoben. Ohoh, wenn das der Giftzwerg mitbekommt…
Am lustigsten ist dabei dieser Kandidat, der schreibt:

Pour commencer, il devrait sortir les mains de ses poches; les militaires n’aiment pas ça.

„Um anzufangen, muss man erst mal die Hände aus den Taschen nehmen, Das Militär mag das nicht.“
Alle anderen Politiker, die die Hände noch in den Taschen haben, sollten mal über die Möglichkeiten so einer direkten Kommunikation mit dem Wähler nachdenken und von Barack Obama lernen, der auch im digitalen Leben unbescholtene Mann, kann sich über 242000 Follower in aller Welt freuen und von ihm ist zumindest überliefert, dass er sich seinen Blackberry nicht hat wegnehmen lassen, auch nicht vom Geheimdienst (ob er damit twittert, das wissen wir nicht, aber wir ahnen es!). Schade, dass wir ihn nicht alle wählen können.
Der deutsche Vorzeige Twitterer von der SPD in Hessen (Herr Thorsten Schäfer Gümbel alias @tsghessen) hat mittlerweile auch ein Glaubwürdigkeits-Problem, vielleicht sind eben doch nicht alle Tweets von ihm und das ist dann eben ganz schlecht für die Online-Reputation.
Auch Frau Merkel („Biographie: Kohls Mädchen“) und Herr Schäuble sind dabei, wie ich von franztoo erfahre.
Frau Merkel schaut sich die Leute, die ihr folgen wollen genauer an (has protected her updates) und der Mann im Rollstuhl hat das twittern nach der erfolgreich abgeschlossenen Mission der Datenprotektion
Wie sieht es mit den Satirikern und Kabarettisten aus? Eine gute Parodie und die Fangemeinde ist sicher!

# 49 Voila Monsieur le president, der Ankläger

Freitag, 09. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Wenn ER das sieht, dann wird er bestimmt seinen Rechtsberater anrufen:
Sarkozy Eistanz
Der Hengst als Eisprinzessin?
Sarkozy und seine Frau Carla Bruni klagen ja gerne mal, wenn sie in der Öffentlichkeit auftauchen, ohne gefragt worden zu sein. Der SMS-Skandal, die Werbung der Ryanair, die 1-Euro-Klage aus 2005 gegen die Schweizer Zeitung „Le Matin“ sind einige Beispiele. Hoffentlich hat der Fernsehsender ntv bei seiner Anzeige oben nachgefragt, ob das ok geht.
Monsieur le President klagte zum Beispiel auch gegen den Voodoo-Puppen-Bausatz (in 2. Instanz verloren):
sarkozy-vaudou-1
Man kann auf der zu nadelnden Puppe folgende Aufdrucke finden:
„Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen“ (sein ewiges Gerede von den Deutschen als Vorbild)
„Gesindel“ (der Vorwurf an die Vorstadt-Jugendlichen)
„Hau ab, Du Blödmann“ (gegenüber einem Besucher der Pariser Agrarmesse, der ihm nicht die Hand schütteln wollte).
Carla Bruni klagte wegen einer Handtasche, auf der sie nackt zu sehen ist (ein Foto aus Zeiten ihrer Modellkarriere). Prozess gewonnen. Die 40 Tausend Penunzen sollen gespendet werden.
Angela Merkel klagt, wegen der Krise, aber klagt sie auch sonst?
Nein, in Deutschland wird auch mal die Kanzlerin angeklagt.
Mir wäre eine Klage gegen eine Handtasche mit ihrem nackten Porträt nicht unsympathisch, ich würde mir diese Tasche schnell kaufen, bevor sie aus dem Verkehr gezogen wird.
Die Ex des Präsidenten Cécilia Sarkozy wird in einem Buch mit den Worten zitiert: Sarkozy sei „billig, lächerlich und ein Frauenheld“. Dagegen klagte er nicht.

Sarkozy streicht die Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Dienstag, 06. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich
Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Frankreich soll eine Qualität wie BBC haben, am liebsten bald und ohne Werbung.
Eine Meldung auf ntv geht davon ausgeht, dass diese Reform ohne Steuererhöhung nicht auskommen wird.
Eine neue Steuer, soll Internetprovider und Handytarife, sowie die privaten Fernsehsender „geringfügig“ belasten. Die Privaten, die von der Regelung am meisten profitieren, sollen für das Qualitätsfernsehen der anderen zahlen und den Werbeausfall der staatlichen Sender kompensieren.
Sarkozy „bedient“ damit ganz nebenbei wieder einen seiner Freunde, den Chef des Privatsenders TF1 Martin Bouygues (Trauzeuge und Taufpate einer seiner Söhne).
Werbung wird zunächst auf den beiden staatlichen Sendern ab 20 Uhr verboten, von 2011 an soll es gar keine Werbung mehr im Staatsfernsehen geben.
800 Milliarden Euro jährlich weniger, da fürchtet manch ein Redakteur, dass er in Zukunft nicht Qualitätsfernsehen, sondern Qualfernsehen machen muss.

Kritiker werfen Sarkozy vor, er habe die Neuregelung in erster Linie deswegen vorangetrieben, um den Privatsendern Gutes zu tun. Bouygues wehrt sich gegen die Vorwürfe, er profitiere von seiner Nähe zum Präsidenten. Die Tatsache, dass er mit Sarkozy befreundet sei, dürfe ihm nicht zum Nachteil gereichen, betonte er.

soweit ntv.

Ja, nicht zum Nachteil gereichen, kann man auch als – „muss sich für mich in jedem Fall für mich auszahlen“ lesen und das tut es ja.

Außerdem wird nun der Chef des Staatsfernsehens vom Staatschef ernannt.
Basta! Zack, wieder eine Reform durchgepeitscht, wieder einen Spezi reich gemacht. Das ging doch bei uns nur in Bayern, oder?

# 47 Lehrer bewerten in Deutschland und Frankreich: „spickmich“ vs „note2be“

Montag, 05. Januar 2009

flaggezwei_jahre_frankreich

Zum Umgang der Franzosen mit Autoritäten muss man sagen: Olala!
Da Sarkozy dauernd neue Freunde in Ämter hebt und es keinen Massen-Aufschrei des Wahlvolkes gibt, hat man den Eindruck, so lange ist die Monarchie gar nicht her und auch die Revolution, war wohl eher ein Revolutiönchen.
Während die Deutsche Lehrer-Bewertungsseite spickmich einen Sieg nach dem anderen gegen klagende Lehrer erringt, wurde die Französische Site note2be kurzerhand aus dem Verkehr gezogen. Nach massiven Protestschreiben der Lehrer und einem Gerichtsurteil wird nun nur noch in einer abgespeckten Form Kritik geübt – u.a. ist die Namenssuche nach Lehrern nur stark eingeschränkt möglich.
Kritik an Lehrern ist immer noch ein gesellschaftliches Vergehen. Nachdem die Englischlehrerin unserem Sohn beibringen wollte, dass es „Hi“ heißt, anstatt „Aitsch“ (bei der Buchstabierung des H im Englischen), haben uns andere Bekannte (selbst Lehrer) geraten, es auf sich beruhen zu lassen, sollte die Kritik bei der Lehrerin falsch ankommen, würde es nur auf dem Rücken des Sohnes ausgetragen. Aha. Vielleicht wird es Zeit für eine weitere Revolution. Die Schüler und Studenten haben in letzter Zeit vermehrt (leider nur gegen die Schulreform) gestreikt, vielleicht braut sich ja etwas zusammen. Das Land könnte es gebrauchen, um nicht in einer Starre aus Gehorsam festzufrieren.
Die Oberstufenreform wurde nun erst einmal verschoben.
Quelle: newsletter von artlawer:

Internetrecht: Neuer Sieg für „Spickmich“
Vorfahrt für die Meinungsfreiheit.
Bereits mehrfach wurde das Lehrerbewertungsportal im Internet „spickmich“ mit Klagen überzogen. Zuletzt klagte in Duisburg eine Lehrerin dagegen, dass ihre Schüler sie per Internet bewerten können. Erfolglos. Nach dem Urteil des Landgerichts Duisburg genießt die Meinungsäußerungsfreiheit den Vorzug vor dem Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der benoteten Lehrerin. So entschied das Gericht, dass die Bewertungen der Schüler zulässige Werturteile und keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts seien. Die Noten fielen in den Schutzbereich des Grundrechts auf Meinungsäußerung, sagte ein Gerichtssprecher.
Erst Ende Januar war eine Gymnasiallehrerin vor dem Landgericht Köln mit ihrer Klage gescheitert.
Quelle: SPIEGEL ONLINE v. 18.04.2008

Zwei Jahre Frankreich # 42 Zeitungslandschaft & Pressegeisel

Freitag, 24. Oktober 2008

Wie immer geht es im Sprachkurs am Mittwoch hoch her. Die Zeitungen, die man in Frankreich auch les canards1 nennt, und ihre politischen Ausrichtungen sollen heute besprochen werden.
Hier haken die Engländer im Kurs ein: a canard bedeutet dort eine Lüge, was der deutschen Zeitungsente (Falschmeldung) ja recht nahe kommt. 3 Länder, 2,5 verschiedene Bedeutungen eines Wortes.
Mein Prof gibt zunächst den Grobüberblick: „Alles was von Sarkozy kontrolliert wird“, da sein Freund Herausgeber mehrerer Blätter ist, befindet sich rechts.
Der Überblick:

Die Selbstzensur der Journalisten lässt verschiedene Informationen untergehen, die dann entweder in der Zeitung, die alles darf – „le canard enchaîné“ („die Ente in Ketten“) oder der Internetseite www.rue89.fr wieder auftauchen, möglicherweise von den gleichen Journalisten, aber unter einem Decknamen.
Sarkosys Restfreunde werden mit Aufträgen versehen:
z.B. bekommt einer den Auftrag Elektrowaffen an die Polizei zu liefern. Die Waffen sind ähnlich gefährlich wie Schußwaffen, aber nur die linken Blätter berichten darüber.
Oder: Der Präsident der CSA wird gesucht und Mr. Narkozy stellt sich an, den Posten durch Vorschläge aus seinen Reihen selbst zu besetzen, obwohl dass in Frankreich nicht gerne gesehen wird. Die CSA wacht zum Beispiel darüber, dass in Fernsehduellen von Politikern jedem genau die gleiche Redezeit zugestanden wird. Aha!
Das sind hier langsam Zustände wie in Italien und die Franzosen sind machtlos, die Zeit der Könige scheint gerade erst vorbei zu sein.
Zum Glück gibt es eine journalistische Opposition, die dem Imperator Sarkozy ordentlich ans Bein pinkelt.
So wurde zum Beispiel ein Video veröffentlicht: „Sarkozy im off“, das den Präsidenten- wenig präsidial – zeigt. Mitgeschnitten bevor er im Juni in einer Sendung auf France 3 zu Gast war, regt er sich darüber auf, dass ihn ein Studio-Mitarbeiter nicht gegrüßt hat. So ein Lümmel!
Zumindest in „Charlie Hebdo“ geht es dann (wie in der deutschen Titanic) ordentlich unter die Gürtellinie.
„Die Wähler von Palin sind genervt“

Ein schwarzer Bär im weißen Haus? Niemals!

Keine Ausgabe von „Charlie Hebdo“, in der der Präsident nicht ordentlich durch den Kakao gezogen wird.
Es lebe die Oposition!

  1. wörtlich übersetzt „die Enten“ []